Fortschritte bei der Sanierung der städtischen Kliniken

Fortschritte bei der Sanierung der städtischen Kliniken © magdal3na / Fotolia.com
Fortschritte bei der Sanierung der städtischen Kliniken
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Das Sanierungskonzept für die städtischen Kliniken wird weiter umgesetzt.

Ein Baustein der Sanierung ist die Reduzierung der Bettenkapazitäten und Schaffung von Schwerpunkthäusern. Damit geht ein nicht unerheblicher Personalabbau einher; hauptsächlich betroffen ist das sogenannte „nicht-weiße“ Personal. Um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, gründet die Städtisches Klinikum München GmbH (StKM) eine eigene Qualifizierungseinheit. Die Kosten trägt die Landeshauptstadt München (LHM). Der Kostenrahmen liegt zwischen 35 und 103 Millionen Euro, je nachdem, wie schnell das Personal vermittelt wird.

Der Finanzausschuss hat heute mehrheitlich beschlossen, zum 01. Juli die 100%ige Tochtergesellschaft der StKM zu gründen. Diese Qualifizierungs-Gesellschaft (StKM-QG) soll die Münchner Arbeit gGmbH – eine Tochtergesellschaft der LHM – mit der Beratung, Vermittlung und Qualifizierung der ehemaligen Krankenhausmitarbeiter beauftragen. Unbefristet angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nicht bei der StKM bleiben können, keine adäquate Stelle bei der LHM bekommen oder keine Abfindung möchten, gehören zum Kreis der Berechtigten. Die mögliche Verweildauer ist nach Dauer Betriebszugehörigkeit gestaffelt und liegt bei maximal fünf Jahren. In den ersten beiden Jahren werden 100 % des Gehalts gezahlt, im dritten Jahr 95 % und im vierten und fünften Jahr 90 %. Als Wechselanreize wurden Frühaustrittszahlungen und ein einmaliges Rückkehrrecht zur StKM-QG vereinbart. Auch dem Personal des städtischen Blutspendedienstes, das nach dem Verkauf nicht zum Bayerischen Roten Kreuz wechseln wollte, wird das Angebot unterbreitet, in die neue Gesellschaft zu wechseln.

Prof. Dr. med. Hans Theiss
Prof. Dr. med. Hans Theiss

Stadtrat Prof. Dr. med. Hans Theiss, gesundheitspolitischer Sprecher der CSU-Fraktion, ist zufrieden mit dem Beschluss: „Dieser harte Einschnitt in Form von Personalabbau ist schmerzhaft und doch notwendig, um die städtischen Kliniken mit Hilfe eines funktionierenden Sanierungskonzept zu retten. Aber wir lassen die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht einfach im Regen stehen, sondern helfen ihnen aktiv bei der Qualifizierung und Vermittlung in neue Jobs. Schließlich haben wir den Klinikbeschäftigten unser Wahlversprechen gegeben: Vermeidung von betriebsbedingten Kündigungen aufgrund der Sanierung. Es ist daher richtig, dass die Stadt hier sehr viel Zeit und Geld investiert. So wird sie ihrer sozialen Verantwortung gerecht, denn die Sanierung darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.“

Ein weiterer Schwerpunkt des neuen Medizinkonzepts ist die sinnvolle Konzentration von Fachschwerpunkten auf die einzelnen Standorte. Diese Kompetenzbündelungen im Norden (Bogenhausen und Schwabing) und im Süden (Neuperlach und Harlaching) erhöhen die Wirtschaftlichkeit und stellen die Patientenversorgung in München weiterhin sicher. Konkret wird je ein neues Mutter-Kind-Zentrum an den Standorten Schwabing und Harlaching gebaut. Die Zahl der Kreißsäle wird dort auf je sechs Stück aufgestockt.

„Wir reagieren mit dem Ausbau der Geburtshilfe auf die massiv gestiegenen Geburtenzahlen in München. Durch den Zuzug junger Familien wird die Zahl der Geburten auch in Zukunft steigen. Wir bemühen uns außerdem intensiv um die Besetzung der offenen Hebammenstellen, um Versorgungsengpässe zu vermeiden. Deshalb freut uns der heutige Beschluss, dass die städtischen Kliniken im Rahmen der Sanierung auch neue Erkenntnisse zur Geburtenentwicklung berücksichtigen sollen“, so Stadtrat Prof. Dr. med. Hans Theiss.

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