Inklusion ernst nehmen: Stadt München als gutes Beispiel

Die Landeshauptstadt München hat sich zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet. Um dieses wichtige Ziel zu erfüllen, sind konkrete Verbesserungen notwendig – auch bei der Stadt selbst. Die CSU-Stadtratsfraktion legt heute ein Paket aus drei Anträgen vor, um Menschen mit Behinderung die Teilhabe an den Angeboten der Stadt zu erleichtern.

Erstens: Schon seit geraumer Zeit werden die Vollversammlungen des Münchner Stadtrats per Livestream im Internet gezeigt. Das Video ist auch nachträglich unter muenchen.de abrufbar, um allen Bürgerinnen und Bürgern die öffentliche Sitzung zugänglich zu machen. Aber: Es können eben nicht alle Menschen davon profitieren. Der Livestream wird weder untertitelt noch von einem Gebärdensprachdolmetscher übersetzt, wie es z.B. im Landtag bei den Online-Übertragungen der Plenarsitzungen üblich ist. Die Stadt muss dringend auch hörbehinderten Menschen die Teilnahme an den Übertragungen ermöglichen.

Zweitens: Die Stadt sollte allen ehrenamtlich tätigen Münchnerinnen und Münchnern Gebärdensprachkurse anbieten. Viele engagierte Bürgerinnen und Bürger haben bei der Ausübung ihres Ehrenamts Kontakt zu hör- und sprachbehinderten Menschen. Voraussetzung für eine gelungene Kommunikation ist es, auch auf besondere Bedürfnisse eingehen zu können. Dazu können Gebärdensprachkurse einen wichtigen Beitrag leisten.

Drittens: Unternehmen und vor allem Einzelhändler, die den Gedanken der Inklusion vorbildlich umsetzen, sollten von der Stadt eine Auszeichnung für „Barrierefreies Einkaufen“ erhalten. So wird diesem wichtigen Thema zu mehr Aufmerksamkeit verholfen.

Alexandra Gaßmann, Stadträtin und sozialpolitische Sprecherin: „Menschen mit Behinderungen haben dasselbe Recht auf Teilnahme am städtischen Leben wie wir alle. Es ist Aufgabe der Stadtverwaltung, auch an besondere Bedürfnisse zu denken und Hindernisse zu beseitigen. Inklusion geht nicht ohne Kommunikation. Für eine gelungene Verständigung sind Gebärdensprachdolmetscher und Gebärdensprachkurse unersetzlich. Die Stadt muss mit gutem Beispiel vorangehen und diese Angebote ganz selbstverständlich anbieten. Wenn die Stadt zusätzlich Inklusionsvorbilder würdigt, zum Beispiel im Einzelhandel, werden andere diesem Weg folgen.“