CSU Fraktion im Münchner Stadtrat - Die christlich-soziale und liberale Großstadtpartei

MINTivation: Förderung von Chancengleichheit durch getrennten Unterricht

Der Bildungsausschuss hat sich heute mit der Umsetzung des Projekts MINTivation-Motivation an städtischen Schulen befasst. Bei einem Modellversuch wurde festgestellt, dass vor allem Mädchen vom phasenweise getrennt-geschlechtlichen Unterricht speziell in den naturwissenschaftlichen Fächern profitieren. Die CSU-Fraktion bedauert die Verschleppung dieses Themas seitens des Referats für Bildung und Sport und hofft auf verstärktes Genderbewusstsein im Schulbereich.

Nach wie vor bestehen geschlechterspezifische Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen in den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Lesekompetenz: Schüler sind leistungsstärker in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) und Schülerinnen in Deutsch und Fremdsprachen. Dies wirkt sich schließlich auf die Wahl der Studienfächer, die Berufswahl sowie auf die Lebensverlaufsperspektiven von Frauen und Männern aus. Die Schule kann einen Beitrag zu mehr Chancengleichheit und Teilhabegerechtigkeit leisten, indem man mit dem Konzept der Monoedukation in einzelnen Schulfächern gezielt Schülerinnen und Schüler fördert. Zusätzlich dazu sollen die Lehrkräfte entsprechend in Genderkompetenz geschult werden. Das städtische Heinrich-Heine-Gymnasium hat dazu in 2014 einen Modellversuch durchgeführt, der leider nicht konsequent ausgewertet wurde. Die Zwischenergebnisse haben jedoch die Vermutung bestätigt, dass Mädchen und Jungen jeweils vom getrennten Unterricht profitiert haben. Die Lernatmosphäre war entspannter und die Leistungen sind gestiegen, was z.T. die Fächerwahlen beeinflusst hat. CSU und SPD haben im September 2014 in einem gemeinsamen Antrag um die Auswertung der Ergebnisse und Entwicklung eines Gesamtprojekts gebeten.

„Der Modellversuch MINTivation am Heinrich-Heine-Gymnasium hat vielversprechende Ergebnisse hervorgebracht, sobald Mädchen und Jungen in MINT-Fächern und Sprachen getrennt unterrichtet wurden. Es ist deshalb absolut unverständlich, warum das Referat für Bildung und Sport vier Jahre gebraucht hat, uns diese Ergebnisse vorzustellen. Warum wurde der Modellversuch nicht vollständig ausgewertet? Warum werden keine konkreten Umsetzungspläne ausgearbeitet? Freiwillige Zielvereinbarung mit den Schulen sind in Ordnung, eine Gesamtstrategie wäre jedoch zielführender gewesen. Wir bekommen den Eindruck, dass dieses zentral wichtige Thema durch Nichtstun ausgesessen wird“, sagt Stadträtin Beatrix Burkhardt, schulpolitische Sprecherin der CSU-Fraktion.

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