CSU Fraktion im Münchner Stadtrat - Die christlich-soziale und liberale Großstadtpartei

Neubau der Großmarkthalle: Weiterer möglicher Standort auf dem Großmarktareal

Kristina Frank
Kristina Frank

Als alternatives Konzept, bei dem die neue Großmarkthalle an neuer Stelle auf dem Großmarktgelände durch einen Investor gebaut werden könnte, soll der Bau einer neuen, funktionellen Großmarkthalle auf den Flächen der Umschlagzentrum Grossmarkt München GbR (UGM GbR) westlich der Schäftlarnstraße gegenüber dem Heizkraftwerk München-Süd geprüft werden.

Im Juli 2017 hat der Stadtrat beschlossen, eine neue Großmarkthalle am Standort in Sendling zu realisieren. Die Kooperationspartner CSU und SPD haben sich darauf verständigt, keinen Eigenbau über einen Generalunternehmer durch die Stadt errichten zu lassen. Stattdessen soll mit einer Ausschreibung ein privater Investor gefunden werden, um die Halle zu planen, zu bauen und instand zu halten. Die Stadt sollte den Großmarkt anschließend anmieten, um ihn zu verträglichen Preisen an die Händler weiterzuvermieten.

Um eine schnellstmögliche Umsetzung zu sichern, wurde durch den Stadtrat ein Lenkungskreis zum Neubau der Großmarkthalle ins Leben gerufen. Teilnehmer waren Kommunalreferat, Markthallen München, Stadtratsmitglieder, Bezirksausschuss- und Händlervertreter sowie die Standortinitiative „Großmarkt in Sendling. Jetzt.“. Im Rahmen dieser Sitzungen sind verschiedene Schwierigkeiten deutlich geworden: Auf dem derzeit geplanten Standort östlich der Thalkirchner Straße bestehen langfristige Mietverträge, für die bislang keine konsensualen Auflösungsmöglichkeiten gefunden werden konnten. Zudem leidet die Händlerschaft unter den nicht optimalen Bedingungen der bestehenden, stark sanierungsbedürftigen Großmarkthalle. Weiterhin ist es wegen der Knappheit freier Flächen auf dem Areal bautechnisch und -logistisch sehr aufwendig, den Betrieb des Großmarktes während der Bauzeit sicherzustellen. Alle diese Probleme bestehen unabhängig davon, ob die Stadt die neue Großmarkthalle in Eigenregie oder von einem Investor bauen lassen würde.

Teilnehmer des Lenkungskreises haben deshalb die Idee entwickelt, den Großmarkt auf einem Flurstück zusammenzuziehen. Es liegt damit ein neues Großmarktkonzept vor, das ebenfalls alle wesentlichen Punkte des Stadtratsbeschlusses erfüllen könnte. Diese Investorenlösung ist ein Vorschlag von Teilen der Händlerschaft, quasi „von innen heraus“, der zusammen mit der Rathaus-Kooperation aus CSU und SPD weiter entwickelt wurde. Die Wünsche und Bedürfnisse der Händler könnten weitestgehend berücksichtigt werden. Alle Gewerbetreibenden und sozialen Einrichtungen würden auch in dieser Variante Platz finden. Der Verband des Bayerischen Fruchtimport- und Großhandels e.V. ist von dem Konzept „vollauf begeistert“.

Konkret sehen die Planungen den Bau einer neuen Großmarkthalle ungefähr auf den an die UGM GbR bereits verpachteten Flächen vor. Die bestehenden Gebäude würden einem mehrstöckigen Neubau weichen. Damit verbunden sind viele Vorteile für die Landeshauptstadt München:
Die Grundstücksbereitstellung wäre mit nur einem Vertragspartner deutlich einfacher als am angedachten Standort an der Thalkirchner Straße. Auf eine Ausschreibung könnte ggf. verzichtet werden. Dies würde den Neubau stark beschleunigen und vergünstigen.
Da der Großmarktbetrieb außerhalb der UGM-Flächen bis zur Fertigstellung des Neubaus weiterlaufen könnte, wären Umzüge in Interimsstandorte nicht notwendig und eine komplizierte Baustellenlogistik entfiele. Dies würde ebenfalls zu einer schnelleren und günstigeren Umsetzung führen.
Neben der reinen Großmarktnutzung ist ein Nutzungsmix aus Büro-, Gastronomie- und evtl. Wohnflächen angedacht, die den Großmarkt „erlebbar“ machen und die überbaute Grundfläche besser ausnutzen würden.
Durch den neuen Standort würden zusätzlich ca. sieben Hektar Fläche für künftige Stadtentwicklung frei. Dies würde völlig neue Möglichkeiten bieten, das alte Großmarktareal in bester Lage für Wohnen, Gewerbe, Freizeit, Infrastruktur, Kultur und Soziales zu überplanen.
Als Gegengewicht zum Heizkraftwerk Süd könnte der neue Großmarktbau den Standort architektonisch und städtebaulich aufwerten.
Die Verkehrsanbindung würde ausschließlich über die Schäftlarnstraße erfolgen; weite Wege quer durch das Gelände wären unnötig. Die Thalkirchner Straße würde keinen Schwerlastverkehr mehr aufnehmen.
Eine Verlegung der Fernwärmetrasse wäre vermutlich am neuen Standort – verglichen zum bisher angedachten – nicht notwendig.
In der Gesamtschau könnte die neue Großmarkthalle so deutlich früher betriebsbereit sein und durch geringere Kosten auch für die Händlerschaft attraktivere Mieten bieten.

„Der Großmarkt soll in Sendling bleiben! Das Großmarktkonzept der UGM GbR kommt unseren Vorstellungen einer erfolgversprechenden Investorenlösung für den Neubau der Großmarkthalle sehr nahe. Als echte Großmarktprofis kennt sich die UGM bestens mit den Bedürfnissen der Händlerschaft und den Gegebenheiten in Sendling aus. Der Entwurf bietet einen durchdachten Hallenbau, der vielen Anforderungen der Händlerschaft entspricht und durch die weiteren Nutzungen den Großmarkt gleichzeitig für die Bürgerschaft öffnet. Die Händler bekommen durch ein klar strukturiertes Konzept Planungssicherheit. Die wachsende Stadt profitiert von neuen Entwicklungsmöglichkeiten für die freiwerdenden Flächen. Wir werden diesen Weg im Rahmen der weiteren Neubauplanungen wohlwollend prüfen“, sagt Stadträtin Kristina Frank, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin der CSU-Fraktion im Kommunalausschuss.

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