CSU Fraktion im Münchner Stadtrat - Die christlich-soziale und liberale Großstadtpartei

Rätselraten beenden: Rekonstruktion der verschwundenen Sphingen vor dem Münchner Nordfriedhof

Sphinx vor dem Nordfriedhof
Quelle: Stadtarchiv

 

Sphingen, apokalyptische Fabelwesen, die die Freitreppe auf dem Münchner Nordfriedhof bewachen, inspirierten schon Thomas Mann, der diese in seinem berühmtesten Werk Tod in Venedig verewigte. Die realen Sphingen waren jedoch nicht für die Ewigkeit, da sie Ende der 1950er oder 1960er Jahren verkauft wurden. Trotz intensiver Suche konnte der Verbleib der Sphingen nicht geklärt werden. Daher fordert die CSU-Stadtratsfraktion, dass die Sphingen nach historischem Vorbild angefertigt werden. Die Steinmetzarbeiten sollen vor Ort und für die Öffentlichkeit zugänglich stattfinden. So können die Münchnerinnen und Münchner nämlich nicht nur etwas über das Steinmetz- und Bildhauerhandwerk sondern auch über diesen interessanten Teil der Münchner Stadtgeschichte lernen.

Sphingen sind aus der antiken Kultur nicht wegzudenken. Die berühmteste ihrer Art ist wohl die Sphinx von Gizeh; Sphingen sind aber in auch in anderen Kulturen fest verankert. Bis in die späten 1950er oder 1960er Jahre gab es auch in München zwei Sphingen, die es zu literarischem Weltruhm geschafft haben: Der Literaturnobelpreisträger Thomas Mann schreibt gleich im ersten Kapitel seiner Novelle Tod in Venedig (1911) über zwei apokalyptische Tiere, die die Freitreppe auf dem Münchner Nordfriedhof bewachen. Wer heute den Nordfriedhof besucht, wird die Sphingen aber nicht mehr entdecken können, da diese verkauft wurden.

Der Name des Käufers ist leider nicht mehr bekannt und selbst die spärlichen Spuren über den Verbleib der Statuen verlaufen im Sande. Daher können die Sphingen nicht mehr nach originalem Vorbild nachgebaut werden. Die CSU-Stadtratsfraktion setzt sich aus diesem Grund dafür ein, dass nach Bildvorlagen ein Modell rekonstruiert wird, mit dem die Steinmetzinnung und Bildhauer zwei neue Sphingen nach historischem Vorbild herstellen können. Diese Arbeiten sollten vor Ort und der Öffentlichkeit zugänglich stattfinden, damit die Münchnerinnen und Münchner am Entstehungsprozess teilhaben können. So werden die Sphingen vielleicht schon bald wieder die Münchnerinnen und Münchner inspirieren.

Stadträtin Ulrike Grimm: „Das 200 jährige Bestehen der Münchner Friedhofsverwaltung ist ein guter Anlass, um die beiden Sphingen zu rekonstruieren. Da die originalen Sphingen trotz intensiver Suche nicht wieder aufgefunden werden konnten, müssen die Bildvorlagen ausreichen, um ein Modell zu rekonstruieren. Wenn die Sphingen direkt vor Ort aus dem Stein gehauen werden, können die Münchnerinnen und Münchner einen interessanten Einblick in die Arbeit von Steinmetzen und Bildhauern erhalten. Dadurch wird die Bevölkerung einen ganz besonderen Bezug zu den Statuen entwickeln.“

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