Stadtrat beschließt Sofortprogramm „Wohnen für Alle“

Stadtrat beschließt Sofortprogramm "Wohnen für Alle" / © sveta / Fotolia.com.
Stadtrat beschließt Sofortprogramm „Wohnen für Alle“ / © sveta / Fotolia.com.

Der Stadtrat hat heute das Wohnungsbau-Sofortprogramm „Wohnen für Alle“ auf den Weg gebracht. Im Zeitraum von 2016 bis 2019 sollen 3.000 geförderte Wohnungen für Wohnungslose gebaut werden.

Die Prognosen sind eindeutig: Die Zahl der akut wohnungslosen Menschen in München wird weiter steigen. Zum Jahresende 2015 waren 5.434 Personen wohnungslos und 12.500 Haushalte für geförderten Wohnraum registriert. Bald werden viele Anerkennungsverfahren von Flüchtlingen abgeschlossen sein, was zum Bleiberecht führt. Diese Flüchtlinge dürfen dann nicht mehr in den Unterkünften wohnen, sondern müssen in Wohnungen untergebracht werden.


Es ist ein ambitioniertes Ziel: Zusätzlich zu den 8.500 Wohnungen des Programms „Wohnen in München V“, sollen nun innerhalb von vier Jahren weitere 3.000 Wohnungen gebaut werden. Davon 1.000 Wohnungen noch dieses Jahr. Die Verwaltung muss in ganz München zügig nach Bauflächen suchen. Geprüft werden potentielle städtische und private Flächen und bei Bedarf muss Baurecht parallel geschaffen werden. Träger des Programms sind die städtischen Wohnungsbaugesellschaften GWG und GEWOFAG sowie die private Wohnungswirtschaft.

Um Bauzeiten zu verkürzen, soll mit reduzierten Standards gebaut werden. Die Baukörper werden in Modulbauweise errichtet und Keller können eingespart werden. Außerdem sollen Bauleistungen in verkürzten Vergabeverfahren ausgeschrieben werden. Massive Stellenzuschaltungen im Planungsreferat bei der Bearbeitung der Bauanträge und verschlankte Genehmigungsverfahren tragen zusätzlich zur Beschleunigung bei.

Das Programm „Wohnen für Alle“ soll vorrangig mit Mitteln der staatlichen Wohnraumförderung finanziert werden, nur alternativ im Rahmen der kommunalen Wohnraumförderung. Der Stadtrat hat sich darauf geeinigt, die Mittel aus dem Budget des Programms „Wohnen in München V“ zu verwenden.

Walter Zöller
Walter Zöller

„Der Druck auf dem Wohnungsmarkt ist groß, umso größer die Not der geringverdienenden oder bedürftigen Menschen, endlich eine Wohnung in München zu finden. Um gerade gerade keine Konkurrenzsituation zwischen anerkannten Flüchtlingen und die für Sozialwohnungen vorgemerkte Haushalte zu schaffen, müssen wir unbedingt versuchen, dieses Jahr 1.000 Wohnungen zu bauen. Wir wollen die Münchner Mischung – mit Familien, Studenten, Flüchtlingen – in allen neuen Gebäuden erreichen. Diese Wohnungen entsprechen dabei keineswegs einem Substandard. Die Modulbauweise ist innovativ und die Errichtung geht schnell. Wer schnell bauen will, muss sich auf die wesentlichen Bedürfnisse konzentrieren und darf einfach keinen Luxusstandard ansetzen. Ich bin froh, dass die langjährige Forderung der CSU-Fraktion nach beschleunigten Baugenehmigungsverfahren endlich umgesetzt wird“, so Stadtrat Walter Zöller, planungspolitischer Sprecher der CSU-Fraktion.

Hans Podiuk Fraktionsvorsitzender
Hans Podiuk Fraktionsvorsitzender

Stadtrat Hans Podiuk, Fraktionsvorsitzender der CSU-Fraktion, ergänzt: „Wir wollen so schnell wie möglich so viele Wohnungen wie möglich bauen. Trotzdem müssen wir auch an die Bürger vor Ort denken. Die Stadt hat trotz des Zeitdrucks den Auftrag, die Bürger bei Standorten und Planungen zu beteiligen und mitzunehmen. Natürlich ist klar, dass nicht jeder Standort für diese Art der Bebauung geeignet sein. Aber in Zeiten knappen Wohnraums müssen wir gemeinsam ohne Schranken denken und enger zusammenrücken.“

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