Statements von Stadtrat Richard Quaas und Stadtrat Marian Offman zur gescheiterten Klage für Münchner Stolpersteine:

Richard Quaas
Richard Quaas

„Bei der Klage ging es nur noch um die Durchsetzung partikularer Interessen. Mit würdigem Gedenken hat dieser bizarre Streit bestimmt nichts mehr zu tun. Ich verstehe nicht, warum einige wenige den salomonischen Kompromiss der Stadt – statt der Stolpersteine Gedenkstelen aufzustellen – einfach nicht akzeptieren können. Mit der Klage wird die ernsthaft diskutierte Ablehnungsentscheidung des Stadtrats mit Füßen getreten. Gut, dass das Gericht das Selbstverwaltungsrecht der Stadt betont und unsere Entscheidung bestätigt hat“, so Stadtrat Richard Quaas.

Der Stadtrat hatte vergangenen Sommer die Stolpersteine verboten, wogegen Verwandte von Opfern der Nationalsozialisten vor dem Verwaltungsgericht klagten. Stattdessen wurde beschlossen, mit Gedenkstelen der Opfer zu gedenken. Das Gericht betonte, die Stadt München könne im Rahmen ihres Selbstverwaltungsrechts selbst entscheiden, auf welche Weise an die NS-Opfer erinnert wird.

Marian Offman
Marian Offman

„Wir haben uns im Stadtrat eingehend und abschließend mit dem Thema beschäftigt und uns dafür entschieden, eine andere Form des Gedenkens zu wählen. Uns ist bekannt, dass viele Betroffene gerne die Stolpersteine in München sehen würden. Aber die Mehrheit der Menschen in München empfindet die Stolpersteine im Boden eher als Provokation. Deshalb bin ich immer für eine versöhnliche Lösung gewesen und begrüße nach wie vor unsere Entscheidung, mit Tafeln und Stelen an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern. Ich hoffe inständig, dass dieses Urteil beide Seiten befriedet“, so Stadtrat Marian Offman.

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Stadtrat beschließt Gedenken an NS-Opfer

Der Münchner Stadtrat hat heute in seiner Vollversammlung beschlossen, ein zentrales und de­zentrales Gedenken an die Opfer des NS-Terrors in München zu ermöglichen. Dem­nach soll an ei­nem prominenten Ort eine zentrale Gedenkstätte mit Nennung der Opfer er­richtet werden. Das de­zentrale Gedenken soll im Einvernehmen mit den Hinterbliebenen der Opfer in Form von Hinweis­schildern an Häuserwänden erfolgen. Sollten Eigentümer damit nicht einverstanden sein, sind ei­gene Stelen auf öffentlichen Grund vorgesehen, die auf den Wohnort der entsprechenden Opfer hinweisen. Das Konzept der Stolpersteine wird dabei nicht umgesetzt.

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