Anfragen
20. Juli 2026

Fragen zum Rückbau des Radwegs an der Lindwurmstraße

Die Süddeutsche Zeitung berichtet am 17.7.2026, dass der erst 2025 errichtete Radweg in der nördlichen Lindwurmstraße aufgrund untragbarer verkehrlicher Zustände für den Schienenersatzverkehr der unterbrochenen U-Bahn Linien U3 und U6 und massiver Staubildung für alle Autofahrer zwischen Reisingerstraße und Sendlinger Tor als Busspur genutzt werden soll. Der Radverkehr soll wieder über den alten Radweg geführt werden.[1] Diese Regelung soll bis mindestens zum Start des Oktoberfests 2026 Bestand haben.

Der erste Abschnitt des Radwegs an der Lindwurmstraße, der nun teils umgewidmet werden soll, wurde im Oktober 2024 (20-26 / V 10376) beschlossen und im September 2025 fertiggestellt.[2] Die Erneuerung der Eisenbahnüberführung über die Lindwurmstraße, die zur herausfordernden verkehrlichen Situation, inklusive Teil- und Vollsperrungen für den MIV, in der Straße beiträgt läuft seit März 2024.[3] Die notwendige Sanierung der U-Bahnhöfe Poccistraße und Goetheplatz inklusive eines nötigen Schienenersatzverkehrs war ebenfalls weit vor der Errichtung des Radwegs bekannt.[4]

Daher fragen wir den Oberbürgermeister:

  1. Warum wurde trotz der bekannten Baustellensituation an der Lindwurmstraße der Radweg bereits im Jahr 2025 umgesetzt?
  2. Warum gelang keine bessere Baustellenkoordination zwischen den Beteiligten im Baureferat, bei den SWM und der DB?
  3. Warum wurde bei der Abwägung zur Positionierung der Bushaltestellen in der Lindwurmstraße nach dem Radwegebau ausschließlich auf die üblicherweise fahrenden Nachtbusse Bezug genommen und nachteilige Positionierungen, bei denen zum Ein- und Aussteigen die Radwege überquert werden müssen, mit Verweis auf die Nachtzeiten und geringe Passagierzahlen als akzeptabel eingestuft, obwohl auch früher Schienenersatzverkehr auf der Lindwurmstraße gefahren wurde?
  4. Warum wird nicht über die gesamte Länge des neuen Radwegs eine Busspur eingerichtet?
  5. Nach welchen Kriterien wird die Wirkung der Busspur evaluiert?
  6. Sollte, gemessen an den Erkenntnissen aus der Machbarkeitsstudie zu „HOV Lanes“ in München im Rahmen des Forschungsprojekts TEMPUS, die im Mobilitätsausschuss am 22.07.2026 (26-32/ V 01008) vorgestellt werden, die Spur nicht besser für den KfZ-Verkehr insgesamt geöffnet werden?
  7. Wie viel Stau und Zeitverlust gilt für die Verwaltung für den ÖPNV und den MIV als akzeptabel?
  8. Besteht die Möglichkeit, die für den Radverkehr sichere und komfortable Alternativroute entlang der Bavariastraße und des Bavariarings, wie seitens unserer Stadtratsfraktion bereits 2024 vorgeschlagen (20-26 / A 05143), kurzfristig auszuschildern und zu empfehlen?

[1] https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-verkehr-lindwurmstrasse-umbau-schienenersatzverkehr-streit-li.3517560, aufgerufen am 18.07.2026

[2] https://muenchenunterwegs.de/news/lindwurmstrasse-erster-umbauabschnitt-fertiggestellt, aufgerufen am 18.07.2026

[3] https://www.bahnausbau-muenchen.de/newsletter/newsletter-02-2024/nl-02-eisenbahnueberfuehrung.html, aufgerufen am 18.07.2026

[4] https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-u-bahn-poccistrasse-sanierung-u9-1.5760772, aufgerufen am 18.07.2026

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