„Dieses Chaos war vermeidbar“: CSU kritisiert Verkehrsplanung an der Lindwurmstraße und schlägt sichere Radroute vor
Neues Kapitel im verkehrlichen Planungsdesaster an der Lindwurmstraße: Wie am Freitag bekannt wurde, können Radfahrer den neu errichteten Radweg ab Dienstag nicht mehr nutzen, da er wegen des chaotischen U-Bahn-Ersatzverkehrs zu einer Busspur gemacht werden muss. Die CSU-Fraktion hatte vor diesen Problemen gewarnt und eine alternative und sichere Strecke für Radfahrer vorgeschlagen. Diese Route sowie weitere Fragen zum Baustellen-Chaos lässt die CSU-Fraktion mit einer Anfrage an den Oberbürgermeister nun prüfen.
Laut Mobilitätsreferat soll der Radverkehr an der Lindwurmstraße zwischen Reisingerstraße und Sendlinger Tor bis mindestens zur Wiesn wieder über den alten Radweg neben dem Gehstreifen geführt werden. Damit wird der Platz auf der Straße frei für eine Busspur. Grund dafür ist der Ersatzverkehr auf der U-Bahnlinie U3/U6 mit Bussen, die auf der durch den Radweg einspurig gewordenen Straße ewig im Stau stehen. Die CSU-Fraktion kritisiert die schlechte Planung, deren Leidtragende nun die Radfahrer und Fußgänger sind. Bereits vor dem Bau des Radwegs war bekannt, dass die U-Bahn saniert werden muss. Die CSU-Fraktion hatte vorgeschlagen, für Radfahrer eine komfortablere und sicherere Route abseits der Lindwurmstraße über den Bavariaring auszuweisen.
Veronika Mirlach, stv. Fraktionsvorsitzende und verkehrspolitische Fraktionssprecherin: „Dieses Chaos zeigt: Radfahrer zwanghaft über Hauptverkehrsrouten zu leiten, ist ein Fehler. Die Lindwurmstraße ist eine der wichtigsten Routen in die Stadt hinein. Die grün-rote Stadtregierung hat sie trotz aller Warnungen zur einspurigen Staufalle gemacht. Und jetzt nimmt der OB den Radfahrern den neuen Radweg wieder weg. Das wirkt stümperhaft und sorgt zurecht für Frust. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Man kann statt an der Lindwurmstraße wunderbar entlang der Bavariastraße, dem Bavariaring und über die Nußbaumstraße zum Sendlinger Tor radeln. Das Mobilitätsreferat sollte diese Route endlich als sichere Alternativstrecke ausweisen.“
Manuel Pretzl, Fraktionsvorsitzender: „Die Situation für den Ersatzverkehr zu verbessern, ist grundsätzlich bitter nötig, weil die Situation für Busfahrer und Fahrgäste untragbar und für Radfahrer gefährlich ist. Aber: Zu dieser Situation hätte es gar nicht erst kommen müssen. Die Probleme waren absehbar, dieses Chaos vermeidbar. Wir waren gegen die einspurige Lindwurmstraße – aber wenn man das schon macht, hätte man warten müssen, bis die U-Bahn saniert ist. Wir haben vor Stauchaos gewarnt und wurden als Radl-Feinde verteufelt. Wieder mal zeigt sich: Wenn Ideologie vor Vernunft gestellt wird, verlieren am Ende alle.“