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31. August 2026

Ein Prosit der Prüderie: CSU-Fraktion kritisiert städtischen Eingriff in die Gestaltung des „Teufelsrads“

Sind die Pappmaché-Figuren am Kultfahrgeschäft Teufelsrad auf dem Oktoberfest zu freizügig gekleidet und damit sexistisch und diskriminierend? Darüber wird derzeit kontrovers diskutiert. Die CSU-Stadtratsfraktion München kritisiert, dass die Stadtverwaltung ohne vorherige politische Abstimmung in eine jahrzehntealte historische Darstellung eingegriffen hat und fordert vor diesem Hintergrund, dass zukünftig alle Entscheidungen der Verwaltung, die unmittelbar die Gestaltung, das öffentliche Erscheinungsbild und die Durchführung des Oktoberfests betreffen, durch den Interfraktionellen Arbeitskreis (IFAK) Oktoberfest vorab abgestimmt werden sollen.

Wie verschiedene Medien berichten, hat die städtische Gleichstellungsstelle die Betreiberin des Wiesn-Kultfahrgeschäfts „Teufelsrad“ gebeten, verschiedene Pappmaché-Puppen auf der Drehscheibe über dem Eingang übermalen zu lassen, da die Darstellung der Frauen vermeintlich sexistisch und in einem Fall diskriminierend sei. Konkret stieß sich die Gleichstellungsstelle offenbar insbesondere an den nackten Füßen einer Figur sowie daran, dass eine weitere Figur keine Radlerhose trägt. Dieses Beispiel zeigt die dringende Notwendigkeit einer frühzeitigen, auch politischen Abstimmung. Die CSU-Stadtratsfraktion plädiert deshalb dafür, Entscheidungen dieser Tragweite in Zukunft bereits im Vorfeld im IFAK Oktoberfest abzustimmen. Ziel muss es dabei sein, die Interessen aller Beteiligten, insbesondere der Schausteller, zu berücksichtigen.

Darüber hinaus betont die CSU-Stadtratsfraktion, dass der Schutz von Frauen vor Gewalt, Übergriffen und Diskriminierung uneingeschränkt gewährleistet werden muss. Dazu gehört insbesondere, strafbare Handlungen konsequent zu verfolgen und die Privatsphäre und Würde von Frauen zu schützen – etwa bei unerlaubten Bildaufnahmen unter Röcken. Solche Übergriffe müssen konsequent bekämpft und dürfen nicht durch Debatten über historische Darstellungen verharmlost und lächerlich gemacht werden. Das Übermalen von rund 80 Jahre alten Pappmaché-Figuren trägt weder zum Schutz von Frauen noch zur Bekämpfung von Sexismus bei. Vielmehr braucht es einen klaren Fokus auf die realen Herausforderungen und einen verantwortungsvollen Umgang mit den historischen Darstellungen der Wiesn.

Manuel Pretzl, Fraktionsvorsitzender: „Wer 80 Jahre alte Figuren am Teufelsrad plötzlich zum Problem erklärt, weil nackte Füße zu sehen sind oder eine Figur keine Radlerhose trägt, hat jedes Maß verloren. Gegen Sexismus und gegen Übergriffe müssen wir konsequent vorgehen – aber die Wiesn braucht keine städtische Sittenpolizei. Wenn eine Pappmaché-Figur plötzlich eine Leggings und Schuhe tragen soll, weil sie sonst als zu freizügig oder kulturell problematisch gilt, dann ist das keine Gleichstellungspolitik mehr, sondern Bevormundung. Bei Fragen, die das Erscheinungsbild, die Tradition und das kulturelle Selbstverständnis der Wiesn betreffen, darf die Verwaltung nicht eigenmächtig Fakten schaffen. Solche Entscheidungen gehören frühzeitig in einen Interfraktionellen Arbeitskreis.“

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