Eisbachwelle dauerhaft sichern – Sicherheit erhöhen und Münchens Surfkultur stärken
Die Stadtverwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit den Stadtwerken München (SWM) und den zuständigen wasserwirtschaftlichen Behörden zu prüfen, durch welche technischen und betrieblichen Maßnahmen eine möglichst kontinuierliche und für den sicheren Surfbetrieb geeignete Wasserführung an der Eisbachwelle gewährleistet werden kann. Dabei ist insbesondere zu untersuchen, wie gefährlich niedrige Wasserstände und starke Schwankungen des Wasserdurchflusses vermieden werden können, um sowohl die Stabilität der Welle als auch die Sicherheit der Surfer zu verbessern.
Die Stadtverwaltung wird weiter beauftragt, gemeinsam mit den Münchner Surfvereinen und Interessenvertretungen ein Konzept zur dauerhaften technischen Stabilisierung der Eisbachwelle zu entwickeln. Dabei soll insbesondere geprüft werden, ob durch den Einbau einer geeigneten Schwelle oder vergleichbarer baulicher Maßnahmen eine dauerhaft stabile, stehende Welle geschaffen werden kann. Zugleich ist zu untersuchen, inwieweit Steine und sonstige potenzielle Gefahrenstellen im Unterwasserbereich beseitigt oder entschärft werden können, ohne die Stabilität der Welle zu beeinträchtigen.
Die Landeshauptstadt München bringt die beteiligten Surfvereine und Interessenvertretungen zusammen und unterstützt diese bei der Entwicklung eines gemeinsamen Finanzierungsmodells unter Einbindung privater Sponsoren. Ziel ist es, die für eine mögliche technische Stabilisierung und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen erforderlichen Mittel möglichst weitgehend durch private Beiträge und Sponsoring bereitzustellen.
Die Stadtverwaltung wird zudem beauftragt, die bestehende Sicherheitsbeschilderung an der Eisbachwelle zu überprüfen und um gut sichtbare, mehrsprachige Informationen zu den besonderen Gefahren des Flusssurfens zu ergänzen. Über einen QR-Code sollen die geltenden Nutzungsregeln, konkrete Gefahrenhinweise und Empfehlungen zum sicheren Surfen digital abrufbar sein. Dabei soll auch geprüft werden, ob eine freiwillige digitale Bestätigung der Kenntnisnahme dieser Risiken sinnvoll und praktikabel umgesetzt werden kann.
Dem Stadtrat ist über die Ergebnisse der Prüfungen sowie über die Möglichkeiten einer zeitnahen Umsetzung und Finanzierung zu berichten.
Begründung
Die Eisbachwelle ist weit über die Grenzen Münchens hinaus bekannt und gehört zu den außergewöhnlichsten sportlichen Wahrzeichen unserer Stadt. Seit Jahrzehnten steht sie für eine lebendige Surfkultur und zieht Sportler sowie Besucher aus aller Welt an. Gerade mit Blick auf die Bewerbung Münchens um Olympische und Paralympische Spiele gilt es, dieses besondere Sportangebot langfristig zu erhalten und weiterzuentwickeln.
Der tragische tödliche Unfall einer Surferin im April 2025 hat zugleich verdeutlicht, welche erheblichen Gefahren mit dem Surfen auf der Eisbachwelle verbunden sein können. Auch wenn die genaue Unfallursache nicht abschließend geklärt werden konnte, müssen insbesondere die Zusammenhänge zwischen Wasserstand, Strömungsverhältnissen und Verletzungsrisiken stärker berücksichtigt werden. Bei niedrigem Wasserstand verringert sich der Abstand zu den Steinen und sonstigen Hindernissen im Bachbett, wodurch sich insbesondere bei Stürzen zusätzliche Verletzungsgefahren ergeben können. Schwankungen des Wasserdurchflusses können zudem die Stabilität und Beschaffenheit der Welle beeinträchtigen.
Deshalb sollte gemeinsam mit den Stadtwerken München und den zuständigen Behörden geprüft werden, wie eine möglichst kontinuierliche Wasserführung gewährleistet und gefährlich niedrige Wasserstände vermieden werden können. Zugleich sind technische Möglichkeiten zur dauerhaften Stabilisierung der Welle sowie zur Beseitigung oder Entschärfung von Gefahrenstellen im Unterwasserbereich zu untersuchen.
Die Münchner Surfvereine und Interessenvertretungen sollten dabei eng eingebunden werden. Durch die gemeinsame Entwicklung eines Finanzierungskonzepts unter Beteiligung privater Sponsoren könnten notwendige Maßnahmen umgesetzt und zugleich der städtische Haushalt entlastet werden.
Ergänzend soll eine zeitgemäße Sicherheitsbeschilderung mit digital abrufbaren Gefahrenhinweisen über einen QR-Code die Eigenverantwortung der Surfer stärken und insbesondere weniger erfahrene Sportler besser über die Risiken informieren.
Die Eisbachwelle ist ein Stück Münchner Identität und ein international bekanntes Aushängeschild unserer Sportstadt. Ihr dauerhafter Erhalt und die Sicherheit der Surfer müssen deshalb gemeinsam in den Blick genommen werden.