Leben und leben lassen: CSU-Fraktion lehnt Gender-Regeln für die Stadtverwaltung ab

Die Verwendung des Gendersternchens in städtischen Broschüren und Stadtratsvorlagen sowie stetig vorgetragene Ermahnungen zum Sprachverhalten: Die grün-rote Koalition versucht zunehmend, ihre Vorstellung von einer korrekten Ausdrucksweise auf die städtische Gesamtgesellschaft zu übertragen. Dabei wird ausgerechnet der wichtige Begriff der Toleranz für eine Verbotskultur missbraucht, die die CSU-Stadtratsfraktion ablehnt. Auch die große Mehrheit der Menschen lehnt eine Gender-Pflicht ab, wie aktuelle Umfragen zeigen.

Die CSU-Stadtratsfraktion beantragt deshalb heute, das Gendersternchen in offiziellen Stadtratsvorlagen und städtischen Broschüren nicht verpflichtend zu verwenden. Desweiteren soll der Oberbürgermeister Auskunft darüber geben, welche Gender-Regeln für städtische Tochtergesellschaften sowie für Münchner Schulen und andere Bildungseinrichtungen gelten.

Prof. Dr. med. Hans Theiss, stv. Fraktionsvorsitzender: „Leben und leben lassen – diese urmünchner Lebenseinstellung ist unter Grün- Rot zunehmend in Gefahr. Toleranz und Weltoffenheit, in Bayern auch bekannt als „Liberalitas Bavariae“, ist für die meisten Menschen eine Selbstverständlichkeit. Auch in der CSU ist dieser Grundsatz tief verankert. Aber: Wir stellen uns klar gegen „von oben“ erzeugte Sprachvorschriften. Sprache sollte sich aus der Mitte der Gesellschaft entwickeln und nicht ideologisch motivierten Zwängen und einem staatlichen bzw. kommunalen Sprachdiktat gehorchen. Wer Menschen – erst recht gegen den Mehrheitswillen – zu einer bestimmten Ausdrucksweise zwingt, führt den Begriff der Toleranz ad absurdum.“

Dr. Evelyne Menges, stv. Fraktionsvorsitzende: „Sprache soll nicht spalten, Sprache soll verbinden. Wir unterstützen den Aspekt der Gleichberechtigung, doch dem Respekt gegenüber nicht-binären Menschen wird nicht automatisch durch ein Pflicht-Gender-Sternchen geholfen.“