Anträge
22. Oktober 2026

Olympia im Blick: Verpflichtende Wiedereinführung der klassischen Bundesjugendspiele im Format „Wettkampf“ an städtischen Schulen und Grundschulen

  1. Verpflichtende Durchführung: Das Referat für Bildung und Sport (RBS) wird beauftragt, für alle städtischen Schulen die verpflichtende Durchführung der Bundesjugendspiele im klassischen Format „Wettkampf“ (mit Zeit- und Weitenmessung sowie individueller Leistungsauszeichnung durch Sieger- und Ehrenurkunden) wieder einzuführen.
  2. Appell den Freistaat: Der Oberbürgermeister wird gebeten, sich beim Staatsministerium für Unterricht und Kultus dafür einzusetzen, dass die Durchführung der Bundesjugendspiele im klassischen Format „Wettkampf“ auch an den staatlichen Grundschulen wieder eingeführt wird.
  3. Digitalisierung der Organisation: Das Referat für Bildung und Sport wird beauftragt, den städtischen Schulen digitale Werkzeuge und Softwarelösungen (z. B. digitale Auswertungstools und Apps zur Zeiterfassung) flächendeckend bereitzustellen, um den organisatorischen Aufwand für die Lehrkräfte erheblich zu reduzieren.
  4. Sportstätten-Förderung & Logistik: Das Referat für Bildung und Sport stellt den städtischen Schulen die erforderlichen Sportstätten, Stadien und organisatorischen Ressourcen bevorzugt und unbürokratisch zur Verfügung, um eine reibungslose Umsetzung zu gewährleisten.
  5. Signal im Rahmen der Olympia-Initiative: Die Landeshauptstadt München bekennt sich damit klar zum Leistungs-, Spitzen- und Breitensport und unterstreicht diesen Anspruch im Zuge der Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele.

Begründung

Die Bundesjugendspiele sind seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Sport- und Bewegungskultur an deutschen Schulen. Sie vermitteln Kindern und Jugendlichen wichtige Werte: den Ansporn zur persönlichen Höchstleistung, den fairen sportlichen Wettbewerb, den Umgang mit Siegen und Niederlagen sowie die Freude an messbaren Fortschritten.

 

Die in den vergangenen Jahren vollzogene Umstellung hin zu rein spielerischen Varianten („Wettbewerb“) sowie die Möglichkeit, den klassischen Wettkampf durch Ausnahme-regelungen zu ersetzen oder gar gänzlich gestrichenen Sportfesten auszuweichen, hat das Leistungsprinzip an vielen Schulen geschwächt. Die Bundesländer und die Kultusminister-konferenz (KMK) haben den Kommunen und Schulen den Spielraum eröffnet, wieder zum leistungsorientierten Wettkampf zurückzukehren.[1] Das Staatsministerium für Unterricht und Kultus sollte im Hinblick auf die Olympia-Bewerbung Münchens die Ausrichtung von Bundes-jugendspielen wieder verbindlich wieder für die 3. und 4. Jahrgangsstufen in der Wettkampfform an den Grundschulen anordnen. Die Landeshauptstadt München soll diesen Spielraum für die städtischen Schulen verbindlich nutzen.

Dafür sprechen insbesondere folgende Gründe:

  • Schülerwunsch nach fairer Leistungsbeurteilung: Eine hohe Anzahl von Schülerinnen und Schülern wünscht sich die klassische Leistungsbeurteilung im Sport zurück. Kinder und Jugendliche wollen ihre eigenen Fortschritte schwarz auf weiß sehen und sich ehrlich messen.
  • Gleichbehandlung sportlicher Begabungen: Schülerinnen und Schüler mit besonderen sportlichen Fähigkeiten werden im derzeitigen System gegenüber Kindern mit geistigen oder akademischen Schwerpunkten benachteiligt. Während schulische Leistungen in Mathe, Deutsch oder den Naturwissenschaften permanent und individuell benotet werden, wird den sportlich Begabten die Möglichkeit genommen, ihre Stärken in einem besonderen, messbaren Rahmen zu zeigen. Das Aufgeben des Leistungsprinzips im Sport ist ungerecht gegenüber allen sportlich ambitionierten Kindern.
  • Anerkennung durch Urkunden: Kinder und Jugendliche freuen sich nachweislich über die verdiente Belohnung ihrer körperlichen Anstrengung. Das Erreichen einer offiziellen Sieger- oder Ehrenurkunde ist ein starker Motivationsfaktor und ein prägendes Erfolgserlebnis, das den Stolz auf die eigene Leistung fördert und oftmals prägend im weiteren Leben ist.
  • Effizienz durch Digitalisierung: Der oft angeführte Kritikpunkt des hohen bürokratischen Aufwands greift nicht mehr. Durch den gezielten Einsatz moderner, digitaler Elemente (wie Auswertungs-Apps und automatische Urkunden-Generierung) lässt sich die Erfassung von Weiten und Zeiten sowie die Auswertung für die Lehrkräfte erheblich vereinfachen und beschleunigen.
  • Glaubwürdigkeit der Olympiabewerbung: Gerade im Hinblick auf die geplante Bewerbung der Landeshauptstadt München um die Olympischen und Paralympischen Spiele ist ein klares Bekenntnis zum Sport von zentraler Bedeutung. Eine Olympiastadt, die im Schulsport auf Messbarkeit und Leistungsstreben verzichtet, verliert an Glaubwürdigkeit.

 

München muss als Sportstadt auch im Schulsport ein Zeichen setzen: Leistung, Fairness, Ehrgeiz und Anerkennung gehören zusammen und haben an städtischen Schulen wieder einen verbindlichen Platz verdient.

[1] KMS vom 10.01.2024: VII.7-BK7441.0/2/1 https://www.las.bayern.de/schulsport/wettbewerbe/bundesjugendspiele/index.html

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