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9. Juni 2026

Sperrung des Luise-Kiesselbach-Tunnels parallel zu etlichen weiteren Baustellen: CSU fordert „Aktuelle Stunde“ zum Münchner Verkehrschaos

Zahlreiche Sperrungen und ÖPNV-Ausfälle behindern derzeit den Verkehr auf Münchens Straßen und Schienen – und nun hat die Stadtverwaltung auch noch angekündigt, den Luise-Kiesselbach-Tunnel in Richtung Norden einen Monat lang zu sperren. Da dies mit enormen Einschränkungen für sehr viele Bürgerinnen und Bürger verbunden ist, beantragt die CSU-Fraktion eine Aktuelle Stunde in der nächsten Vollversammlung des Stadtrats. Die zuständigen Behörden müssen dringend erklären, warum so viele Maßnahmen gleichzeitig geplant wurden und welche alternativen Routen für die Verkehrsteilnehmer tatsächlich funktionieren.

Bereits jetzt sorgt die Verkehrssituation insbesondere im Münchner Südwesten für viel längere Fahrtzeiten: Der gleichzeitige Ausfall der S-Bahn durch Bauarbeiten am Westkreuz und an der Stammstrecke sowie die Unterbrechung der U-Bahn-Linien U3/U6 machen die Fahrt in die Innenstadt sehr schwierig und für mobilitätseingeschränkte Menschen sogar unmöglich. Mit dem Auto steckt man ebenfalls im Dauer-Stau: Gebaut und gesperrt wird u.a. an der Landshuter Allee, an der Unterführung Lindwurmstraße, an der Fürstenrieder Straße, an der Lindauer Autobahn, um nur einige Maßnahmen zu nennen.

Im Juli droht nun endgültig der Verkehrskollaps: Die Donnersberger Brücke wird wegen Sanierungsmaßnahmen zeitweise gesperrt – und das fällt zusammen mit der gestern angekündigten Sperrung des Luise-Kiesselbach-Tunnels. Letzterer soll nach einem Unfall vor zwei Jahren (!) nun noch vor den Sommerferien gesperrt werden. Solche Entscheidungen trifft die Verwaltung oft selbstständig, ohne Befassung des Stadtrats. Daher hat die CSU-Fraktion Fragen, die im Rahmen einer Aktuellen Stunde in der Vollversammlung des Stadtrats am 1. Juli diskutiert werden sollen.

Ein weiteres Problem betrifft den neuen Radweg an der Lindwurmstraße auf Höhe der Bushaltestelle Goetheplatz: Da dort nun die Ersatzbusse für die U-Bahn U3/U6 zum Halten über den neuen Radweg fahren müssen, ist eine gefährliche Engstelle für Radfahrer entstanden. Die CSU-Fraktion möchte mit einer Anfrage prüfen lassen, wie diese Situation entschärft werden kann – zum Beispiel indem die Radfahrer ein Stück länger den alten Radweg nutzen oder indem die Bushaltestelle verlegt wird.

Veronika Mirlach, stv. Fraktionsvorsitzende und mobilitätspolitische Fraktionssprecherin: „Die Menge an gleichzeitigen Sperrungen ist für die Verkehrsteilnehmer nicht mehr nachvollziehbar. Egal ob man S-Bahn, U-Bahn oder Auto fährt – irgendwo bleibt man immer stecken. Inzwischen braucht man im Berufsverkehr vom Münchner Südwesten in den Norden oft länger als aus Augsburg oder Ingolstadt. Der Tipp der Stadt, den Südwesten großräumig zu umfahren, klingt wie Hohn für die Menschen, die dort leben und zur Arbeit müssen. Der Schienenersatzverkehr der U3 und U6 beeinträchtigt übrigens auch den Radverkehr, wie wir es am Goetheplatz beobachten. Die Koordinierung solcher Maßnahmen muss dringend verbessert werden. Wir möchten zum Beispiel wissen: Warum kann die Tunnelsperrung nicht wenigstens in den Ferien erfolgen? Immerhin ist der ursächliche Brand schon mehr als zwei Jahre her.“

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