Anträge
27. Oktober 2026

Synergieeffekte zwischen der Landeshauptstadt München und der Bundeswehr nutzen – Pilotprojekt zum gezielten Einsatz städtischer Beschäftigter mit Reservistenstatus

Das Personal- und Organisationsreferat wird beauftragt, gemeinsam mit der Branddirektion und weiteren geeigneten städtischen Dienststellen ein Pilotprojekt zu entwickeln, bei dem Beschäftigte der Landeshauptstadt München, die zugleich Reservistinnen und Reservisten der Bundeswehr sind, während einer zweimonatigen Unterbrechung ihres Reservedienstes gezielt in Aufgabenbereichen der Stadtverwaltung eingesetzt werden, in denen Synergieeffekte zwischen kommunalen Aufgaben und militärischen Fachkenntnissen entstehen können.

Dabei sollen insbesondere Einsatzmöglichkeiten in den Bereichen Bevölkerungsschutz, Zivil- und Katastrophenschutz bei der Branddirektion München geprüft werden.

Im Rahmen des Pilotprojekts soll insbesondere untersucht werden, wie die bei der Bundeswehr erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten der Beschäftigten für die Landeshauptstadt München nutzbar gemacht werden können und gleichzeitig ein gegenseitiger Wissens- und Erfahrungstransfer zwischen Stadtverwaltung und Bundeswehr ermöglicht werden kann.

Die Teilnahme soll unter Berücksichtigung der dienstlichen Belange, der persönlichen Qualifikation sowie der geltenden arbeits- und dienstrechtlichen Rahmenbedingungen erfolgen.

Dem Stadtrat sind die Ergebnisse des Pilotprojekts sowie mögliche Perspektiven für eine dauerhafte Umsetzung darzustellen.

Begründung

Die sicherheitspolitische Lage in Europa und die zunehmenden Herausforderungen im Bereich des Zivil- und Bevölkerungsschutzes erfordern eine engere Zusammenarbeit zwischen zivilen Behörden und der Bundeswehr. Insbesondere auf kommunaler Ebene gewinnt die Fähigkeit zur Bewältigung außergewöhnlicher Krisenlagen zunehmend an Bedeutung.

Auch bei der Landeshauptstadt München sind Beschäftigte tätig, die gleichzeitig als Reservistinnen und Reservisten der Bundeswehr über besondere Kenntnisse, Qualifikationen und praktische Erfahrungen verfügen. Dieses vorhandene Potenzial sollte gezielter genutzt werden.

Gerade während einer zweimonatigen Unterbrechung des Reservedienstes bietet sich die Möglichkeit, diese Beschäftigten im Rahmen ihrer städtischen Tätigkeit verstärkt in Bereichen einzusetzen, in denen ihre militärischen Kenntnisse einen zusätzlichen Mehrwert schaffen können.

Dies betrifft beispielsweise die Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und kommunalem Bevölkerungsschutz, die Planung und Bewältigung größerer Schadensereignisse, logistische Herausforderungen, Führungs- und Kommunikationsstrukturen sowie die Vorbereitung auf mögliche Krisen- und Verteidigungsfälle.

Durch einen gezielten Einsatz könnten nicht nur die vorhandenen Fachkenntnisse der Beschäftigten besser genutzt, sondern auch das gegenseitige Verständnis für die jeweiligen Aufgaben, Strukturen und Abläufe verbessert werden.

Besonders die Branddirektion München mit ihren Aufgaben im Katastrophen- und Bevölkerungsschutz könnte von einem solchen Erfahrungsaustausch profitieren. Gleichzeitig könnten die Reservistinnen und Reservisten wertvolle Kenntnisse über die kommunalen Strukturen und Möglichkeiten erwerben, die wiederum für ihre Tätigkeit bei der Bundeswehr von Bedeutung sind.

Mit einem zunächst zeitlichen und organisatorisch begrenzten Pilotprojekt könnten praktische Erfahrungen gesammelt und die Voraussetzungen für eine mögliche dauerhafte Zusammen-arbeit geschaffen werden.

Ziel muss es sein, vorhandene personelle Ressourcen und Fachkompetenzen sinnvoll mit-einander zu verknüpfen, Doppelstrukturen zu vermeiden und die Zusammenarbeit zwischen der Landeshauptstadt München und der Bundeswehr im Interesse eines leistungsfähigen Bevölkerungsschutzes nachhaltig zu stärken.

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