Anträge
23. April 2026

Verbesserung der Versorgung und Teilhabe von Menschen mit Autismus in München

Der Stadtrat der Landeshauptstadt München (LHM) möge beschließen:

  1. Die LHM wird beauftragt, einen umfassenden Bericht zur aktuellen Versorgungssituation von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen vorzulegen.
    Dabei sind insbesondere darzustellen:
  • vorhandene Diagnose- und Therapieangebote
  • Wartezeiten auf Diagnostik und Behandlung
  • Versorgungslücken in verschiedenen Altersgruppen
  • Übergänge zwischen Schule, Ausbildung und Beruf
  1. Die Stadtverwaltung wird aufgefordert, auf Basis dieses Berichts ein Maßnahmenkonzept zur Verbesserung der Versorgung zu erarbeiten.
    Dieses soll insbesondere beinhalten:
  • den Ausbau bzw. die Unterstützung des Ausbaus niedrigschwelliger Beratungsangebote für Familien
  • die Prüfung zusätzlicher Therapie- und Förderangebote
  • eine bessere Vernetzung bestehender Einrichtungen

 

  1. Die LHM setzt sich gegenüber dem Freistaat Bayern und den zuständigen Kostenträgern dafür ein,
  • die Diagnostik- und Therapieplätze deutlich auszubauen
  • sowie die Finanzierung entsprechender Angebote nachhaltig sicherzustellen

 

  1. Es wird darüber hinaus geprüft, inwieweit städtische Einrichtungen (Kitas, Schulen, Jugendhilfe) noch gezielter auf die Bedürfnisse von Menschen mit Autismus ausgerichtet werden können, insbesondere durch:
  • Fortbildungsangebote für Fachpersonal
  • den Ausbau inklusiver Strukturen
  • praxisnahe Unterstützung im Alltag

 

Begründung

 

Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen und ihre Familien stehen im Alltag häufig vor erheblichen Herausforderungen. Insbesondere lange Wartezeiten auf Diagnostik und Therapie sowie eine unzureichende Vernetzung bestehender Angebote erschweren eine frühzeitige und wirksame Unterstützung.

Gerade in einer wachsenden Stadt wie München ist es notwendig, die vorhandenen Strukturen regelmäßig zu überprüfen und bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Eine verlässliche Versorgung ist nicht nur eine Frage der sozialen Verantwortung, sondern auch eine wichtige Voraussetzung für gelingende Inklusion, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe.

Familien benötigen dazu frühzeitig Orientierung, Unterstützung und konkrete Hilfsangebote. Gleichzeitig müssen Übergänge – etwa von der Schule in den Beruf – besser begleitet werden, um langfristige Perspektiven zu schaffen.

Ziel muss es daher sein, vorhandene Angebote effizient zu nutzen, sinnvoll auszubauen und stärker miteinander zu vernetzen. Dabei ist auch die enge Zusammenarbeit mit dem Freistaat Bayern unerlässlich.

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