Verlorene Jugend durch Corona?

Derzeit dreht sich die Corona-Debatte vor allem um den Schutz der älteren Mitbürger. Das ist wichtig, weil die Pandemie für diese Gruppe lebensbedrohlich ist. Doch auch die junge Generation leidet enorm unter den derzeitigen Corona-Beschränkungen. Das Leben von Kindern und Jugendlichen ist stark auf soziale Kontakte und Aktivitäten mit Altersgenossen ausgerichtet – Dinge, die derzeit kaum möglich sind.

Die Stadt München hat gegenüber der jungen Generation eine besondere Verantwortung. Die CSU-Stadtratsfraktion stellt deshalb dem Oberbürgermeister sieben Fragen, die darauf abzielen, die negativen Folgen der Pandemie für unsere Kinder und Jugendlichen näher zu beleuchten.

Wir wollen u.a. wissen: Sind mehr Schülerinnen und Schüler versetzungsgefährdet als in den Jahren zuvor? Hat die Zahl von Essstörungen und Depression bei Kindern und Jugendlichen zugenommen? Gibt es belastbare Zahlen über die Entwicklung von Fällen häuslicher Gewalt seit Beginn der Pandemie? Wie können junge Menschen in diesen Zeiten durch Hilfs- und Beratungsangebote erreicht werden? 

Prof. Dr. med. Hans Theiss, stv. Fraktionsvorsitzender: „Die Corona-Politik fokussiert sich sehr auf die Infektionszahlen und die Mortalität. Aber wir dürfen keinesfalls aus dem Blick verlieren, welche ‚Nebenwirkungen‘ Corona auf die jungen Menschen in unserer Stadt hat. Treffen mit Spielkameraden, der Austausch in der Schule, die Aktivität im Sportverein, gemeinsames Musizieren oder andere Unternehmungen wie der Gang ins Kino sind sonst selbstverständlich und in Zeiten von Corona unmöglich für unsere Kinder. Wir dürfen die Augen vor zunehmender häuslicher Gewalt und schweren psychischen Schäden nicht verschließen. Zudem dürfen leistungsschwächere Kinder in der Schule nicht abgehängt werden. Wir sollten alles daran setzen, dass die Corona-Zeit keine vollkommen verlorene Zeit für die Münchner Kinder und Jugendlichen ist!“