Wasser sparen – und welche Optionen gibt es noch?
Der Oberbürgermeister hat die Münchner Bevölkerung kürzlich zum „Wasser sparen“ aufgerufen. Nachdem die Appelle allein nicht ausreichten, hat die Stadtverwaltung eine Allgemeinverfügung zum Gebrauch von Wasser erlassen. Angesichts des hohen Wasserverbrauchs von ca. 370 Mio. Litern pro Tag und weiter sinkender Pegel der Wassersentnahmestellen sollten neben den beschriebenen Maßnahmen zusätzliche Optionen geprüft werden. Die Landeshauptstadt „produziert“ nach Angaben der Stadtentwässerung bis zu 180 Mio. Liter geklärtes Abwasser pro Tag und leitet dies „ungenutzt“ in die Isar. Dies könnte eine potenzielle „Wasserquelle“ darstellen, zumal sichtbar wird, dass sich längere Trockenphasen perspektivisch häufiger ereignen.
Vor diesem Hintergrund fragen wir den Oberbürgermeister:
- Welche Möglichkeiten bestehen, das geklärte Abwasser zumindest teilweise z.B. auf den, der Kläranlage naheliegenden Flächen der Stadtgüter (z.B. Gut Karlshof), großflächig zu verregnen oder zu versickern?
- Welche Möglichkeiten bestehen, das geklärte Abwasser in Wäldern der Münchner Forstbetriebe in der Nähe zu verregnen oder zu versickern?
- Welche Möglichkeiten bestehen, interessierten landwirtschaftlichen oder forstwirtschaftlichen Betrieben oder Gärtnereien das geklärte Abwasser zur Bewässerung zur Verfügung zu stellen?
- Welche rechtlichen und technischen Anforderungen sind im Hinblick auf Hygiene und Wasserhaushalt zu beachten?
- Welche Einflüsse hat eine Verregnung oder Versickerung von Abwasser auf das Mikroklima (Verdunstungskühle, Luftfeuchte), den Boden (Sauerstoffverfügbarkeit, Versalzung) und das Grundwasser?
- Hätte die teilweise Entnahme des Wassers bei dem Gesamtumfang massive Auswirkungen für die Isar?