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18. September 2025

Ehrung für den Vater von Charlotte Knobloch: Stadt München benennt Straße nach Fritz Neuland

Für seine Verdienste um das jüdische Leben in München wird Fritz Neuland (*30.1.1889, ✝4.11.1969) von der Stadt München geehrt: Ein Teilstück der Corneliusstraße im Lehel wird nach ihm benannt. Das hat der Kommunalausschuss des Münchner Stadtrats heute beschlossen. Die CSU/FW-Fraktion freut sich sehr, dass ihr Vorschlag damit umgesetzt wird.

Fritz Neuland war ein jüdischer Münchner Rechtsanwalt und der Vater von Charlotte Knobloch, der heutigen Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern (IKG). Er überlebte den Holocaust gesundheitlich gezeichnet in einem Versteck, zuvor hatte er seine Tochter Charlotte zur ehemaligen Haushälterin seines Bruders gegeben und so vor den Nazis gerettet. 1946 kehrte Fritz Neuland in seinen Beruf als Rechtsanwalt zurück und spezialisierte sich auf Wiedergutmachungsfragen. Er war es, der am 15. Juli 1945 die IKG neu gründete und so den Grundstein für den Neubeginn jüdischen Lebens in München legte. Von 1951 an war er 18 Jahre lang IKG-Präsident und von 1952 bis 1963 Mitglied des Bayerischen Senats. Fritz Neuland wurde 1959 mit dem Bayerischen Verdienstorden geehrt.

Nun möchte München ihm ein sichtbares Andenken bewahren: Die Corneliusstraße wird von der Blumenstraße bis zur Prälat-Zistl-Straße und dem St.-Jakobs-Platz zur Fritz-Neuland-Straße umbenannt.

Michael Dzeba, CSU-Stadtrat: „Es ist richtig und angemessen, Fritz Neuland die höchste Wertschätzung unserer Stadt zuteilwerden zu lassen. Dass es in unserer Stadt heute überhaupt blühendes jüdisches Leben gibt, verdanken wir zu einem großen Teil ihm und seinem unermüdlichen Einsatz dafür, dass Juden nach dem Grauen der Shoah bereit waren, München wieder zu ihrer Heimat zu machen. Es freut mich sehr, dass diese Straßenbenennung noch zu Lebzeiten seiner Tochter und unserer Ehrenbürgerin, Dr. Charlotte Knobloch, umgesetzt werden konnte, die ihr ganzes Leben der Versöhnung und dem Bauen von Brücken gewidmet hat. Der heutige Beschluss ist auch ein wichtiges Signal für die jüdische Gemeinschaft in dieser schwierigen Zeit des erneut aufflammenden Antisemitismus.“

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