Frauen besser vor Gewalt schützen!
Gewalt gegen Frauen nimmt weiter zu – das zeigt das neu veröffentlichte Lagebild des Bundeskriminalamts über gegen Frauen gerichtete Straftaten im Jahr 2024. Die Polizei hat bundesweit mehr Fälle von Sexualstraftaten, häuslicher Gewalt und digitaler Gewalt erfasst, und bei spezifisch frauenfeindlichen Straftaten ist die Anzahl der Fälle um 73,3 Prozent gestiegen. Auch der Münchner Sicherheitsreport des Jahres 2024 zeigt erschreckende Fallzahlen. Die CSU/FW-Fraktion stellt heute – am Internationalen Tag der Beseitigung von Gewalt gegen Frauen – drei Anträge zum verstärkten Schutz von Frauen.
Es wird beantragt, die Beratungsstelle „Frauennotruf München“ stärker zu fördern und somit einen Ausbau des Angebots zu ermöglichen. Der Frauennotruf ist eine zentrale Anlaufstelle für Mädchen und Frauen, die Gewalt erleben mussten. Zudem werden Maßnahmen zur Prävention und Aufklärung durch die Beratungsstelle geleistet. Mit den steigenden Fallzahlen steigt auch der Bedarf an qualifiziertem Personal. Ein zweiter Antrag zielt auf die Bekämpfung der sogenannten „Loverboy“-Methode, bei der Menschenhändler (online) Kontakt zu jungen Frauen aufnehmen, ihnen eine emotionale Beziehung vorgaukeln und dann versuchen, die Opfer zur Prostitution zu drängen. Die Stadt soll hier die Aufklärungs- und Präventionsarbeit auch an Schulen verstärken. Drittens wird eine Anfrage zum Thema Frauenschutzplätze gestellt. München erfüllt bei der Anzahl der Plätze leider nicht die Vorgaben der Istanbul-Konvention und ein für das Jahr 2025 angekündigtes neues Frauenhaus ist bislang nicht realisiert worden.
Zu den München-Zahlen: Laut Sicherheitsreport 2024 der Polizei München gab es 312 Fälle von Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexuellem Übergriff im besonders schweren Fall (+14,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Mehr Fälle (+24,4 Prozent) wurden auch bei sexueller Belästigung verzeichnet. 87,2 Prozent der Opfer von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind weiblich. Es gab 4019 Fälle von häuslicher Gewalt (-3,9 Prozent zum Vorjahr, aber +13,3 Prozent im 10-Jahres-Vergleich). 69,6 Prozent der Opfer häuslicher Gewalt sind weiblich, bei partnerschaftlicher Gewalt sogar 75,2 Prozent.
Quellenlinks:
https://www.polizei.bayern.de/kriminalitaet/statistik/006991/index.html
https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/JahresberichteUndLagebilder/StraftatenGegenFrauen/StraftatengegenFrauenBLB2024.html?nn=237578