Schluss mit der „Verschieberitits“
Die fehlende Barrierefreiheit an den S-Bahnhöfen Rosenheimer Platz und Laim ist nicht nur ein anhaltendes Problem – sie ist das Ergebnis einer endlosen Kette von Ankündigungen, Terminverschiebungen und enttäuschter Erwartungen.
Gerade am Rosenheimer Platz wurde wiederholt kommuniziert, dass die Barrierefreiheit ab Januar wiederhergestellt sein solle. Dieser Termin war greifbar, er war im Visier – und wurde dennoch erneut verschoben. Und wieder verschoben. Und wieder verschoben. Für die Betroffenen bedeutet das: ständiges Hoffen, ständiges Vertrösten, keine Verlässlichkeit.
Diese „Verschieberitis“ mag auf dem Papier erklärbar sein – im Alltag von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ist sie schlicht nicht tragbar. Wer auf funktionierende Aufzüge angewiesen ist, kann seinen Alltag nicht „flexibel anpassen“, wenn Termine immer weiter nach hinten rutschen. Mobilität braucht Planbarkeit, keine Dauerschleife aus neuen Zeitfenstern ohne Verbindlichkeit.
Besonders zynisch wirkt in diesem Zusammenhang die Praxis, in der S-Bahn auf Umwege über andere Bahnhöfe – etwa den Ostbahnhof mit anschließendem Zurückfahren wie auch immer – zu verweisen. Diese Lösung bedeutet lange Wege, Zeitverlust und zusätzliche Belastung und steht im klaren Widerspruch zu einer selbstbestimmten Teilhabe am öffentlichen Leben.
Barrierefreiheit ist kein Projekt mit offenem Ende, sondern eine zentrale Voraussetzung für Inklusion, Würde und gleichberechtigte Mobilität. An hochfrequentierten Verkehrsknotenpunkten wie diesen darf sie nicht immer wieder hintangestellt werden.
Deshalb braucht es jetzt klare, verbindliche Aussagen, belastbare Zeitpläne und den eindeutigen politischen Willen, dass Menschen mit Mobilitätseinschränkungen nicht länger die Leidtragenden immer neuer Verzögerungen sind.
Der Oberbürgermeister wird daher gebeten, umgehend eine dringende Anfrage an die Deutsche Bahn AG zu richten und dem Stadtrat zu berichten:
- Bis wann konkret werden die S-Bahnhöfe Rosenheimer Platz und Laim endlich wieder vollständig barrierefrei nutzbar sein?
- Welche verbindlichen Maßnahmen ergreift die Deutsche Bahn, um weitere Verzögerungen bei der Fertigstellung auszuschließen?
- Warum werden weiterhin Umwege über andere Bahnhöfe (z. B. Ostbahnhof mit anschließendem Zurückfahren) als Alternative kommuniziert, obwohl diese für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen unzumutbar sind?
- Wie wird sichergestellt, dass Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ihre Ziele selbstbestimmt, ohne zusätzliche Wege und ohne Zeitverlust erreichen können?
- Wieso werden die bisherigen Zeitpläne immer wieder verschoben?