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24. März 2026

Eiszeitschnecken – Echt jetzt?

Pressemeldungen zu Folge[1] hat das Referat für Klima- und Umweltschutz (RKU) der Landeshauptstadt München rechts der Isar im Bereich des Brunnbachs die dort lebende Zwergdeckelschnecke (Sadlerina bavarica) als in der gesamten Welt einzigartiges und einmaliges Wesen klassifiziert. Dieses Tierchen soll nach Auffassung des RKU sogar eine eiszeitliche Reliktart sein, eine Schneckenart also, die womöglich Zehntausende Jahre an der Brunnbachquelle überlebt hat und höchst gefährdet sei. Aus diesem Grund wurde zuletzt ein eigenes „Gehege“ für die Schnecke angelegt. Eine Parkbank wurde entfernt, das Gebiet großräumig eingezäunt, Parknutzer dürfen nur auf dem befestigten Weg bleiben und Hunde müssen an der kurzen Leine geführt werden und dürfen das Wasser nicht betreten. Für Füchse und andere Tiere, die das Wasser betreten könnten, wurden noch keine Regeln aufgestellt. Es sollen jedoch weitere Parkbänke entfernt werden, Warnschilder aufgestellt und die Bachfläche eingezäunt werden.

Deshalb fragen wir den Oberbürgermeister:

  1. Aufgrund welcher wissenschaftlichen Erkenntnis kann das RKU seine These untermauern, dass es sich bei der Schnecke am Brunnbach um eine Zweckdeckelschnecke handelt, die möglicherweise sogar aus der Eiszeit stammt? Wir bitten um Vorlage jenes Gutachtens.
  2. Ist dem RKU das Gutachten von Prof. Andrzej Falniowski von der Krakauer Jagielonen Universität bekannt, der das Schnecklein genetisch untersucht hat und sie für eine weitverbreitete und damit gewöhnliche Balkan-Schnecke hält?
  3. Hat das RKU ebenfalls eine wissenschaftliche Studie in Auftrag gegeben, zur Klassifizierung seiner Schnecke und zur Widerlegung der Balkan-Theorie?
  4. Wenn ja, wann? Wer hat das Gutachten erstellt? Wir bitten um Vorlage dieses Gutachtens. Wenn nein, weshalb wurde kein neues Gutachten erstellt?
  5. Wie hoch sind die Kosten der Umzäunung und des Abbaus der Parkbank?
  6. Kann die Schnecke, egal welcher Gattung sie nun angehört, umgesiedelt werden, so dass Mensch und Tier die wenigen Plätze in der Natur, die München noch hat, genießen können?
  7. Wie will das RKU verhindern, dass diese Schnecke den Füchsen, Mäusen, Ratten, Igel (die bekanntlich Schneckenfresser sind) Vögel und Insekten anheimfallen?

[1] „Der Eiszeitschnecken-Rumms“ in: Münchner Merkur vom 18.03.2026

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