Brunnen ja, Wald nein: Stadt gibt neue Infos zur Planung für Marienhof und Marienplatz
Mehr Bäume für die Münchner Altstadt – dazu soll der Stadtrat bald einen Entscheidungsvorschlag des Baureferats erhalten. Zwei konkrete Vorschläge wurden auf Initiative der CSU/FW-Fraktion bereits vorab geprüft: die Pläne für einen grünen und schattigen Marienhof mit einem Brunnen sowie die vom Oberbürgermeister aufgegriffene Idee eines „Waldes“ auf dem Marienplatz. Die Antworten des Baureferats, die der CSU/FW-Fraktion jetzt vorliegen, zeigen: Nur eine der Optionen ist realistisch.
Derzeit ist der Marienhof eine Baugrube für die 2. S-Bahn-Stammstrecke. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll die Oberfläche wieder begrünt werden, nach den bisherigen Plänen aus dem Jahr 2006 aber mit Bäumen nur am Rand und ohne Wasser. Die CSU/FW-Fraktion hatte gefordert, die 20 Jahre alten Pläne zu überarbeiten, um angesichts des fortschreitenden Klimawandels einen Brunnen und noch mehr Bäume zu integrieren. Für dieses Anliegen hat das Baureferat nun eine positive Antwort gegeben: Ein Brunnen wird geprüft. Die CSU/FW-Fraktion wird sich weiter dafür einsetzen, dass der Brunnen wirklich kommt und noch mehr Bäume in der Platzmitte fordern. Laut Baureferat sind 57 Bäume rund um den Platz geplant, die 50 Prozent der Fläche verschatten können – eine gute Planungsgrundlage, die noch weiter verbessert werden kann.
Ungeachtet der Planungen für den Marienhof hatte der Oberbürgermeister vor einigen Wochen für einen „Wald“ auf dem Marienplatz vor dem Rathaus geworben. Die CSU/FW-Fraktion hat das Baureferat um Prüfung dieses Vorschlags gebeten. Ergebnis: Derzeit sind nur vier Bäume an der südlichen Fassade des Kaufhauses „Beck“ möglich, über die der Stadtrat noch entscheiden soll. Ein Standort auf der Westseite für einen Baum wurde aus Denkmalschutzgründen verworfen. Die Prüfung von Bäumen direkt auf dem Marienplatz ist wegen der darunter liegenden U- und S-Bahn, des Denkmalschutzes sowie der zahlreichen Veranstaltungen auf dem Marienplatz bislang nicht ernsthaft in Betracht gezogen worden. Das Baureferat will dies auf den OB-Wunsch hin nun prüfen.
Die CSU/FW-Fraktion plädiert für eine priorisierte Planung eines schattigen und kühlen Marienhofs mit einem Brunnen. Ein „Wald“ auf dem Marienplatz ist weder notwendig noch sinnvoll – der historische Platz muss für Veranstaltungen erhalten bleiben. Einzelne zusätzliche Bäume in der Altstadt kann sich die CSU/FW-Fraktion vorstellen, sofern die Kosten in einem vertretbaren Rahmen liegen und die Standorte mit den Anliegern abgesprochen sind. Dies wird die angekündigte Beschlussvorlage des Baureferats zeigen.