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5. März 2021

CSU-Antrag wird umgesetzt: Stadtentwässerung will mehr Dienstwohnungen bauen

Können sich die, die München am Laufen halten, diese Stadt noch leisten? Für viele Branchen lautet die Antwort angesichts stetig steigender Mietpreise leider: nein. Davon sind auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Münchner Stadtentwässerung (MSE) betroffen.

Der Betrieb der Abwasseranlagen ist für unser städtisches Leben von entscheidender Bedeutung. Die Stadtentwässerung mit ihren ca. 1000 Stellen ist dabei auf Fachkräfte angewiesen. Bereits heute gelten die Berufsbilder für mehr als 75 Prozent dieser Stellen als Mangelberufe. Um Personal an München zu binden, ist die Bereitstellung von günstigem Wohnraum ein wichtiger Faktor.

Die Münchner Stadtentwässerung verfügt über insgesamt 185 Wohnungen (85 Dienstwohnungen, 50 Werkmietwohnungen, 50 Belegungsrechte). Insbesondere Dienstwohnungen sind zur Aufrechterhaltung des Betriebs notwendig. Sie werden an Personal vergeben, das im Havarie- und Notfallplan gelistet ist. Das bedeutet: Wenn sich die Stadt in einem Notfall-Szenario befindet (z.B. bei Gefahr für die Umwelt oder die Gesundheit der Bürger), halten die Bewohner dieser Wohnungen den Betrieb der Abwasseranlagen aufrecht. Die Münchner Stadtentwässerung hat einen erhöhten Bedarf an solchen Dienstwohnungen festgestellt. Grund dafür ist u.a. die Einstufung der Klärwerke und des Kanalnetzes als Kritische Infrastruktur. Auch Werkwohnungen, die nach sozialen Kriterien vergeben werden, sind dringend benötigt.

Die CSU-Stadtratsfraktion hat das Problem erkannt und im Juli 2020 den Bau weiterer Dienst- und Werkwohnungen beantragt. Anlass hierfür war ein außerordentlicher Ertrag aus Grundstücksverkäufen der Stadtentwässerung im Jahr 2019. Die Stadtentwässerung hat nun gemeinsam mit dem Personal- und Organisationsreferat auf Antrag der CSU-Fraktion geprüft, ob mit diesem Ertrag der Bau von Wohnungen finanziert werden kann.

Am kommenden Dienstag wird das Ergebnis dieser Prüfung dem Stadtentwässerungsausschuss vorgelegt. Damit wird der Antrag der CSU-Stadtratsfraktion umgesetzt. Laut Beschlussvorlage soll der Ertrag aus 2019 in zusätzlichen Wohnraum für das Personal investiert werden. Die genauen Standorte sind noch zu ermitteln, dazu soll der Ausschuss am Dienstag Machbarkeitsstudien beschließen.

 

Alexander Reissl, Stadtrat: „Am Jahresabschluss 2019 der Münchner Stadtentwässerung ist mir der hohe Überschuss aufgefallen. Ich habe mir die Frage nach dem Sinn gestellt, wenn die MSE diesen Überschuss einfach über die nächsten Wirtschaftspläne für den Betrieb verbraucht. Liquidität aus Vermögensverkauf wird doch besser wieder in Vermögen angelegt, am allerbesten in Wohnraum für Mitarbeiter.“

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