Eindämmung invasiver Neophyten im Stadtgebiet
Der Stadtrat möge beschließen:
- Öffentliche Flächen
Die Verwaltung der Landeshauptstadt München (LHM) (z. B. die Hauptabteilung Gartenbau des Baureferates) intensiviert generell die Bekämpfung invasiver Neophyten auf allen städtischen Flächen nach einem abgestimmten Konzept. - Private Flächen:
Die LHM prüft, auf welchem Wege invasive Neophyten auf privaten Grundstücken in Zukunft besser bekämpft werden können. - Aufklärung und Beratung
a) Die Stadtverwaltung erstellt zudem eigenes oder intensiviert die Verteilung von schon vorhandenem Informationsmaterial (bspw. durch Flyer, auf Webseiten oder über Infotafeln in städtischen Grünanlagen) über die Problematik invasiver Neophyten und deren Folgen für Biodiversität, Gesundheit und Bauwerke.
b) Die Stadtverwaltung schafft Beratungsangebote für Bürgerinnen und Bürger zur fachgerechten Entfernung und Entsorgung invasiver Neophyten. - Entsorgung
Die LHM richtet zentrale Sammelstellen oder feste Annahmezeiten bei den Wertstoffhöfen ein, wo invasive Pflanzenreste kostenlos und sachgerecht entsorgt werden können.
- Handel und Verkauf
Die Verwaltung tritt mit den örtlichen Gartenbaubetrieben, Gartencentern und Baumärkten in Kontakt, um anzuregen, den Verkauf invasiver Arten einzustellen und stattdessen gebietseigene, ökologische Alternativen zu fördern.
- Zusammenarbeit und Förderung
a) Die Stadtverwaltung arbeitet mit Naturschutzverbänden, Schulen und Vereinen zusammen, um die Aufklärungsarbeit in diesem Bereich zu vertiefen.
b) Die Stadtverwaltung prüft, ob es zur Eindämmung von invasivem Arten weitergehende Fördermöglichkeiten gibt.
Begründung
Invasive Neophyten wie der Japanische Staudenknöterich (zunehmende Sichtungen im Münchner Osten), der Riesen-Bärenklau (Sichtung bspw. in der Nähe des Paul-Ehrlich-Weges) oder das Drüsige Springkraut (Sichtungen an Bachläufen) breiten sich zunehmend auch im Münchner Stadtgebiet aus. Diese Arten verdrängen heimische Pflanzen, gefährden die Biodiversität[1], beeinträchtigen die Nutzbarkeit öffentlicher und privater Flächen[2], sind teuer in der Bekämpfung und können sogar gesundheitliche Probleme verursachen (wie zum Beispiel durch Hautverbrennungen beim Riesen-Bärenklau oder starke Allergien bei der Beifuß-Ambrosie).
Eine wirksame Eindämmung ist nur möglich, wenn dabei sowohl öffentliche als auch private Flächen einbezogen werden. Ebenso wichtig sind Aufklärung, Beratung und einheitliche Entsorgungsmöglichkeiten, damit die Münchner Bürgerinnen und Bürger aktiv und verantwortungsvoll bei der Bekämpfung der Neophyten mithelfen können. Darüber hinaus kann durch den Verzicht auf den Verkauf invasiver Arten wie des Japanischen Staudenknöteriches im Handel eine weitere Verbreitung nachhaltig verhindert werden.
[1] Anna G. Aguilera, Peter Alpert, Jeffrey S. Dukes, Robin Harrington: Impacts of the invasive plant Fallopia japonica (Houtt.) on plant communities and ecosystem processes. In: Biological Invasions. Band 12, Nr. 5, 1. Mai 2010
[2] Jennifer Carpenter: Loosing the Louse on Europe’s Largest Invasive Pest. In: Science. Band 332, Nr. 6031, 13. Mai 2011, S. 781–781