„Es hört einem ja heute keiner mehr zu!“
Die Landeshauptstadt München (LHM) wird aufgefordert, sogenannte „Zuhörräume“ im Stadtgebiet zu errichten und zu fördern. Diese Räume sollen in Zusammenarbeit mit bestehenden Initiativen oder anderen freien Trägern entstehen und betrieben werden.
Begründung
Einsamkeit ist ein wachsendes gesellschaftliches Problem, so auch in München. Viele Menschen fühlen sich im Alltag überhört oder nicht gesehen. Besonders ältere Menschen, Menschen mit psychischen Belastungen sowie junge Erwachsene und Zugezogene haben oft niemanden, dem sie sich anvertrauen können.
Zuhörräume sind eine niederschwellige, aber wirkungsvolle Möglichkeit, dem zunehmenden Gefühl der Isolation in unserer Gesellschaft entgegenzuwirken. Sie schaffen Raum für Begegnung, für Vertrauen und für Menschlichkeit.
Ein Vorbild ist der Zuhör-Kiosk in Hamburg, der 2017 eröffnet wurde. Dort entstand ein Ort, an dem Menschen ihre Gedanken, Sorgen und Geschichten teilen können. Ehrenamtliche Zuhörer und Zuhörerinnen schenken den Besuchern und Besucherinnen einfach nur das, was vielen fehlt: Zeit, Aufmerksamkeit und echtes Zuhören.
Auch in München gibt es bereits ein solches Projekt. Der Verein „momo hört zu“ hat in Kooperation mit der Technischen Universität München einen ersten Zuhörraum am Eingang des Alten Südfriedhofs errichtet. Ziel des Zuhörraums ist es, durch bewusstes Zuhören Verbindungen zwischen Menschen zu schaffen und einen mobilen, geschützten Raum zu bieten, in dem Menschen einander begegnen können. Entstanden ist ein sieben Quadratmeter großes Gebäude aus Holz mit einer runden Bank im Inneren, auf der sich Zuhörer und Erzähler gegenübersitzen und ein Gespräch beginnen können.
Zuhörräume sind eine kostengünstige und wirkungsvolle Möglichkeit, dem Gefühl der Vereinsamung entgegenzuwirken und den sozialen Zusammenhalt in unserer Stadt aktiv zu stärken. Fördermittel vom Bund sind entsprechend abzurufen. Ergänzend hierzu wird davon ausgegangen, dass benötigte Personal- und Sachmittel aus vorhanden Haushaltsmitteln des Sozialreferates finanziert werden.