Anträge
16. Dezember 2022

Freilegung und Renaturierung des „Krautgarten-Grabens“ in St. Emmeram

Das Baureferat wird aufgefordert, den in den 1960er Jahren verrohrten, als „Krautgarten-Graben“ bezeichneten Nebenarm des Brunnbachs entlang der St. Emmerams-Mühle bis zum
denkmalgeschützten Pumpen- und Floßwärterhäuschen wieder freizulegen und zu
renaturieren.

Begründung

Nach der Verrohrung des sogenannten „Krautgarten-Grabens“ in den 1960er Jahren erinnert
heute kaum noch etwas an die historische Teichwirtschaft in St. Emmeram. So war die Einkehr
in St. Emmeram als Gartenwirtschaft mit frischen Forellen aus den umliegenden Teichen in den
1920er Jahren ein weithin bekanntes Ausflugsziel. Das Wasser – und damit auch der
Krautgarten-Graben entlang der Wirtschaft – war ein prägendes Element dieser
Kulturlandschaft, die unter anderem für das Werk des Literaturnobelpreisträgers Thomas Mann eine wichtige Inspiration darstellte.

Der Bachlauf diente früher auch als Antrieb für die Pumpen im noch erhaltenen
denkmalgeschützten Pumpen- und Floßwärterhäuschen aus dem 3. Viertel des 19.
Jahrhunderts (Einzeldenkmal Nr. D-1-62-000-6078).
Mit der Verrohrung des im Eigentum der Landeshauptstadt München (LHM) befindlichen
Bachlaufes ist das Element Wasser an der St. Emmerams-Mühle heute verschwunden.

Dabei kommt Fließgewässern eine hohe Bedeutung nicht nur für das Landschaftsbild und die
Naherholung, sondern auch für den Naturraum in München zu. Stadtbäche stellen einen
wichtigen Lebensraum für Tiere und Pflanzen dar, der gerade im innerstädtischen Kontext an
vielen Stellen inzwischen verloren gegangen ist, und erfüllen damit eine biologisch
leistungsfähige Vernetzungsfunktion. Auch in St. Emmeram wäre die Renaturierung des
Krautgraben-Grabens ein wichtiger Beitrag zur Bewahrung der Artenvielfalt und des
Lebensraums für Tiere und Pflanzen.

Aufgrund der hohen historischen und ökologischen Bedeutung wird daher die LHM gebeten,
zeitnah entsprechende Planungen zu einer Freilegung und Renaturierung des Bachlaufs
aufzunehmen.

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