Kita-Spielplätze außerhalb der Betriebszeiten für alle Kinder öffnen: CSU, SPD und Grüne fordern Pilotprojekt in Freiham
In etlichen Wohnanlagen gibt es Kitas mit Frei- und Spielflächen im Innenhof – und wenn die Kita nachmittags und am Wochenende geschlossen ist, sind auch die Spielplätze abgesperrt und bleiben ungenutzt. Diesen Zustand möchten die Fraktionen von CSU/FW, SPD und Grüne/Rosa Liste/Volt im Rathaus gern ändern: In einer derzeit im Bau befindlichen Wohnanlage in Freiham soll der Kita-Spielplatz flexibel genutzt und außerhalb der Betriebszeiten für alle Kinder in der Wohnanlage geöffnet werden. Ein entsprechender Antrag an die Stadtverwaltung wird heute gestellt. Verläuft der Pilotversuch positiv, könnten stadtweit neue Spielflächen für alle Kinder geöffnet werden.
Konkret geht es um eine Wohnanlage der Münchner Wohnen mit 175 Wohnungen, die derzeit im 1. Realisierungsabschnitt auf dem Baufeld WA19 Freiham errichtet wird. Bereits im Wettbewerb für den Bau haben sowohl die Jury als auch Stadtplanung und Architekten die Idee einer wechselseitigen Nutzung der Spielflächen zwischen Kita und Wohnbevölkerung unterstützt, da der Innenhof – wie so oft in München – eher klein ist. Trotzdem soll nach derzeitiger Planung des Referats für Bildung und Sport der gesamte Kita-Freibereich eingezäunt werden, was etwa die Hälfte des Innenhofs umfassen würde. Diese Planung soll mit dem nun vorliegenden Antrag überarbeitet und im Sinne aller Kinder verbessert werden.
Jens Luther, CSU-Stadtrat und bildungspolitischer Fraktionssprecher: „In einer immer enger werdenden Stadt müssen die vorhandenen Flächen klug genutzt werden. Auf Kita-Spielplätzen in Wohnanlagen könnten außerhalb der Betriebszeiten auch die Kinder spielen, die dort leben. Das möchten wir in Freiham testen. Gute und pragmatische Ideen dürfen nicht an bürokratischen Hürden scheitern – schon gar nicht, wenn es um das Wohl unserer Kinder geht.“
Lena Odell, SPD-Stadträtin und kinder- und jugendpolitische Fraktionssprecherin: „Raum ist begrenzt in der Stadt und so sind sinnvolle Mehrfachnutzungen immer eine gute Möglichkeit, Flächen zu weiteren Zeiten anbieten zu können. Wie auch bei Schulhöfen ist es schade, wenn tolle Kita-Spielplätze an Wochenenden und in den Ferien nicht genutzt werden. Hier braucht es Konzepte, wie eine Nutzung durch die Nachbarschaft entspannt und sicher gelingen kann. Das wollen wir jetzt am konkreten Beispiel eruieren.“
Sebastian Weisenburger, Grünen-Stadtrat und Fraktionsvorsitzender Die Grünen/Rosa Liste/Volt: „Man kann keinem Kind erklären, warum es auf einem neuen Spielplatz nicht spielen darf. Schon gar nicht, wenn das an Bürokratismus liegt. Wir sagen deswegen schon lange: Spielflächen müssen künftig cleverer und gemeinschaftlicher geplant werden – am besten in der ganzen Stadt. In Freiham können wir testen, wie das am besten geht.“