Anträge
28. April 2026

Krähenmanagement für den Münchner Osten

Die Landeshauptstadt München wird aufgefordert, ein umfassendes Konzept für ein Krähenmanagement im Münchner Osten zu erarbeiten und umzusetzen. Das Vorgehen ist dabei interkommunal mit den Gemeinden Haar, Aschheim und Unterföhring sowie Unterhaching und Neubiberg abzustimmen. Auf Grundlage bestehender Pilotprojekte in Bayern sind konkrete Maßnahmen vorzubereiten, insbesondere:

–             Entnahme von Nestern (unter Beachtung artenschutzrechtlicher Vorgaben),

–             Einsatz von Greifvögeln durch bestellte Falkner,

–             perspektivisch auch nachhaltige Vergrämungsmaßnahmen nach Abschluss und Auswertung laufender Modellversuche.

Dem Stadtrat ist regelmäßig über die Entwicklung der Populationen und die Wirksamkeit der Maßnahmen zu berichten.

Begründung

Die Population der Saatkrähen hat in Bayern in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. Im Jahr 2025 lag der Bestand laut dem Bayerischen Landesamt für Umwelt bei etwa 21.400 Brutpaaren, der mittlere jährliche Zuwachs liegt seit 2008 bei 8,8 Prozent.

Parallel dazu hat sich das Verhalten der Tiere verändert: Saatkrähen siedeln zunehmend in urbanen Räumen und bilden dort große Kolonien, häufig in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten.

Dies führt im Münchner Osten, Nordosten und Südosten zu erheblichen Belastungen, wie einer massiven Lärmbelästigung, insbesondere in den frühen Morgenstunden, der massiven Verkotung von Balkonen und Gebäuden, Fahrzeugen und öffentlichen Flächen, der Beeinträchtigung der Aufenthaltsqualität in Grünanlagen, und zu zunehmenden Konflikten zwischen Artenschutz und berechtigten Interessen der Bevölkerung. Zudem greifen Krähen andere, teilweise auch geschützte Tierarten an.

Erfahrungen aus Bayern zeigen, dass isolierte, örtlich begrenzte Maßnahmen wenig wirksam sind, da sich Kolonien bei Vergrämung verlagern („Splitterkolonien“) oder in benachbarte Gemeinden ausweichen.

Erfolgreiches Management setzt daher ein koordiniertes, interkommunales Vorgehen voraus. Beispiele aus anderen Regionen zeigen, dass insbesondere der Einsatz von Falknern, Nestmanagement sowie abgestimmte Vergrämungsstrategien Bestandteil solcher Konzepte sind.

Gleichzeitig laufen in Bayern derzeit Pilotprojekte zur Vergrämung und – in begrenztem Umfang – zur Entnahme von Tieren, um wissenschaftlich fundierte Grundlagen für weitergehende Maßnahmen zu schaffen.

Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, frühzeitig ein strukturiertes Krähenmanagement für den Münchner Osten vorzubereiten, um die Situation für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger spürbar und nachhaltig im kommenden Jahr zu verbessern.

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