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29. Januar 2026

Stadt verschenkt Chance auf rund 100 günstige Wohnungen am Haderner Steg

Am Haderner Steg soll auf einem städtischen Grundstück ein neues Pflegeheim gebaut werden. Die Planungen für diese Fläche waren heute Thema im Sozialausschuss des Münchner Stadtrats. Derzeit plant die Stadt einen viergeschossigen Bau. Die CSU/FW-Fraktion sieht Potenzial für mehr preisgünstige Wohnungen und hat daher beantragt, an dieser Stelle ein höheres Gebäude zu ermöglichen. Der entsprechende Änderungsantrag wurde durch die regierenden Parteien abgelehnt. Die CSU/FW-Fraktion kritisiert diese verschenkte Chance für den städtischen Wohnungsbau deutlich. 

Zum betreffenden Grundstück: Es handelt sich um eine Fläche von 8.758 Quadratmetern, auf der ein stationäres Pflegeheim mit bis zu 135 Plätzen gebaut werden soll. Zusätzlich soll eine Tagespflege, optional auch Nachtpflege, geschaffen werden sowie maximal 13 Personalwohnungen. Beim letzten Punkt sieht die CSU/FW-Fraktion deutlich mehr Potenzial: Durch Aufstockung des Gebäudes könnten nach Schätzung der Fraktion bis zu 100 weitere preisgünstige Wohnungen entstehen. Der Standort des geplanten Pflegeheims liegt an der Autobahn, unweit befindet sich ein Augustinum mit 13 Stockwerken, sodass ein größeres Pflegeheim sich in die Umgebung einfügen würde. Nach der Hochhausstudie des Planungsreferats sind Bauten mit mehr als vier Stockwerken in diesem Bereich möglich.

Um ein höheres Gebäude zu ermöglichen, müsste die Stadt planungsrechtlich einen neuen Bau-Vorbescheid erlassen und Befreiungen aus dem Bebauungsplan aus dem Jahr 1985 ermöglichen. Dies hat die CSU/FW-Fraktion im heutigen Ausschuss beantragt – leider ohne Erfolg. Auch der hilfsweise Vorschlag, dass Gebäude zumindest so zu planen, dass eine spätere Aufstockung unkompliziert möglich wäre, fand keine Mehrheit.

 

Andreas Babor, CSU-Stadtrat: „Der Wohnungsmangel in München ist riesig, die Bau-Bilanz der Münchner Wohnen unterirdisch.  Nun hätten wir die Möglichkeit, etwa 100 zusätzliche Wohnungen zu bauen – aber Grüne und SPD weigern sich. Wer soll das verstehen? Das ist städtebauliches und politisches Versagen. In München gibt es kaum noch Flächen, die bebaut werden können. Wir sollten die vorhandenen Flächen klug nutzen und, wo es möglich ist, in die Höhe bauen. Am Haderner Steg eignet sich die Umgebung sehr gut für ein höheres Gebäude. Die Stadt hat hier die seltene Chance, auf einem eigenen Grundstück günstigen Wohnraum zu schaffen und diesen dann zum Beispiel an Pflegekräfte zu vergeben. Diese Chance wurde heute verschenkt – ein weiterer Tiefpunkt der grün-roten Wohnungspolitik.“

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