„Stille Stunde“ im Museum
Die Landeshauptstadt München wird gebeten ein Pilotprojekt „Stille Stunde“ in ausgewählten städtischen Museen zu prüfen und umzusetzen.
Begründung
München als Kulturstadt mit Herz muss Inklusion vorantreiben: Viele Menschen verzichten auf Museumsbesuche, weil Lärm, grelle Lichter und Gruppen sie überfordern. Die „Stille Stunde“ aus Supermärkten – mit reduzierten Reizen – hat sich bewährt und hilft Hochsensiblen, Autist*innen und Kranken.
Notwendig ist hierfür die Einführung sensorisch reduzierte Besuchszeiten. Mindestens ein festes Zeitfenster (z. B. 1–2 Stunden pro Monat, außerhalb von Wochenenden, Feiertagen und Ferienzeiten) in besuchsarmen Zeiten (z. B. kurz vor Schließung an Wochentagen), die zuvor anhand interner Besucherstatistiken (Kassendaten, App-Nutzung) ermittelt werden. Mit:
- Reduzierter Beleuchtung (gedimmt, flimmerfrei),
- Keiner Hintergrundmusik oder Durchsagen,
- Keinen Besuchergruppen (Schulen, Vereine, Führungen),
- Reduzierten Reizen (keine lauten Installationen),
- Visuelle und kommunikative Hilfen: Klare Hinweisschilder (analog DB-Ruhebereiche: Symbole gegen Telefonieren, für leises Sprechen, Klingeltöne aus) in allen Räumen.
Das Angebot richtet sich insbesondere an Menschen mit sensorischer Überempfindlichkeit (z. B. Autismus-Spektrum, ADHS, Migräne, PTSD), psychischen Erkrankungen oder gesundheitlichen Einschränkungen, die von Lärm, Licht und Menschenmengen überfordert sind, ist aber natürlich auch für gesunde Menschen mit Ruhebedürfnis offen.
Ähnliche Konzepte gibt es bereits erfolgreich in Museen: Im Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz (letzter Freitag, 16–18 Uhr: gedimmtes Licht, keine Musik, begrenzte Besucher) und Stadtmuseum Münster (monatlich: keine Führungen, Geräusche abgeschaltet) profitieren Betroffene enorm – oft genau in besuchsarmen Vor-Schluss-Zeiten. Leitfäden wie „Das inklusive Museum“ empfehlen explizit „stille Stunden“ mit reduzierten Reizen und begrenzter Besucherzahl, um Reizüberflutung zu vermeiden.
„Leben und leben lassen“ – lebendige Besuche neben ruhigen Zeiten für alle. Das Pilotprojekt stärkt Münchens Ruf als barrierefreie Kulturstadt, fördert soziale Teilhabe und kostet wenig. Es ergänzt bestehende und mögliche Angebote wie Hundefreundlichkeit und schafft eine Vorreiterrolle in Bayern.