Zukunft der Ami-Siedlung: Dachgeschosse ausbauen, Leerstand bekämpfen, Bebauungsplanverfahren beenden
Um die Zukunft der sogenannten „Ami-Siedlung“ am Perlacher Forst wird seit langem juristisch und politisch gerungen. Nachdem die ursprünglich von der Stadt vorgelegten Pläne für Abriss und Neubau aus Denkmalschutzgründen nicht mehr verfolgt werden, setzt sich die CSU/FW-Fraktion für eine Planung ein, die den einmaligen Charakter der Siedlung erhält. Dazu werden heute vier Anträge an die Stadtverwaltung gestellt.
Die CSU/FW-Fraktion im Rathaus schlägt vor, das abgebrochene Sanierungsprogramm für die Dachgeschosse wieder aufzunehmen. Dafür soll das Planungsreferat auf die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben als Eigentümerin zugehen. Weitere Anträge der Fraktion zielen darauf ab, den Leerstand von rund 50 Wohnungen zu beenden, das inzwischen veraltete Bebauungsplanverfahren zu beenden sowie den Eichenhain als Naturschutzgebiet prüfen zu lassen.
Manuel Pretzl, Fraktionsvorsitzender: „Die Ami-Siedlung hat einzigartigen historischen Wert. Sie zeigt, wie die Amerikaner nach dem Krieg hier gelebt haben und ist in ihrer Bauweise ihrer Zeit weit voraus gewesen. Anstatt die Häuser abzureißen und neuzubauen, möchten wir einen nachhaltigeren Weg gehen, zum Beispiel durch den Ausbau der Dachgeschosse. Besonders wichtig ist mir, dass der Leerstand der Wohnungen endlich beendet wird. Hier muss der Oberbürgermeister beim Bund Druck machen. München kann sich keine leerstehenden Wohnungen erlauben.“
Andreas Babor, CSU-Stadtrat und kommunalpolitischer Fraktionssprecher: „Ursprünglich hatte die Stadt einen Plan für fünf große Wohnblöcke beschlossen. Diese Pläne sind nicht mehr aktuell, trotzdem gilt der Aufstellungsbeschluss des Stadtrats noch. Um hier eine rechtlich klare Situation und einen echten Neustart zu schaffen, muss die Stadt den Beschluss durch den Stadtrat aufheben oder anpassen lassen. Eine Nachverdichtung ist nur vorstellbar, wenn der grüne, offene und besondere Charakter der Siedlung erhalten bleibt und die Bestandsgebäude berücksichtigt werden.“