Zwischennutzung im Gasteig: Ein Millionendesaster für die Stadt München?
Die grün-rote Rathauskoalition forderte einst eine Zwischennutzung im Münchner Gasteig. Nach einer entsprechenden Ausschreibung mit angeschlossenem Vergabeverfahren erhielt die Fat Cat gGmbH den Zuschlag. Seit Frühjahr 2023 nutzt sie die leerstehenden Räumlichkeiten im sanierungsbedürftigen Gasteig-Gebäude an der Rosenheimer Straße und vermietet die Veranstaltungssäle, Ateliers, Proberäume und Büros für Kreative und Kunstschaffende.
Aufgrund der Befristung des Mietvertrags bis Ende 2024 erfolgte eine neuerliche Ausschreibung. Auch hier fiel die Wahl nach Beurteilung durch eine Jury auf die Fat Cat gGmbH als einziger Bewerberin.
Dominik Krause, Zweiter Bürgermeister der Landeshauptstadt und Vorsitzender des Gasteig-Aufsichtsrats erklärte im Rahmen eines Pressestatement der Gasteig GmbH: „Ich hoffe, der Stadtrat stellt die benötigten Mittel für die Zwischennutzung zur Verfügung, denn der Bedarf an Flächen für Kunst, Kultur und Kreativität in München ist groß“.
Auch Till Hoffmann, der Geschäftsführer der Fat Cat gGmbH äußerte sich wie folgt: „Wir freuen uns deswegen sehr, dass der alte Gasteig auch im nächsten Jahr von Künstler*innen und sozialen Organisationen genutzt werden kann. Wir hoffen, dass die Entscheidung des Stadtrats vom Juli 2024 Bestand hat und der weitere Betrieb des Hauses gesichert wird“. Letztlich beschloss der Stadtrat die Zwischennutzung ein zweites Mal und ebenso die dafür nötigen finanziellen Mittel im einstelligen Millionenbereich. Nun erreichte die Fraktion ein Schreiben, in dem schwere Vorwürfe bzgl. des Geschäftsgebarens ggü. der Fat Cat gGmbH, vor allem aber deren Partner “Mittermeiers Lucky Punch Comedy Club” erhoben werden, u.a. dass der Lucky Punch Comedy Club monatlich 5-stellige Gewinne verzeichnet, während die Stadt das Haus massiv subventioniert, um die Raummieten niedrig halten zu können.
Vor diesem Hintergrund fordere ich Aufklärung und stelle folgende Fragen an den Oberbürgermeister:
- Haben Sie als Oberbürgermeister Kenntnis von den Vorwürfen?
- Wurden durch die Gasteig GmbH sowie das Kultur- und das Wirtschaftsreferat die Businesspläne der Fat Cat gGmbH und deren Partner geprüft, um festzustellen, dass die Zuschüsse für die Zwischennutzung auch gerechtfertigt sind und waren?
- War von Anfang an klar, dass mit dem Programm Gewinne erwirtschaftet werden?
- Was sehen die abgeschlossenen Verträge in Bezug auf die Kommerzialisierung und Gewinnerzielung vor? Können ausgezahlte städtische Zuschüsse zurückgefordert werden?
- Alle in dem Schreiben aufgebrachten Vorwürfe sind intern aufzuklären und aufzuarbeiten.